Der Weg auf den Bach Moc Luang Tu

Hoi An (Vietnam) – Hanoi – Bach Moc – Hanoi

Tag 368 – 382

Ein kleines unchronologisches Update:

Es ist der 12.04.2020 die Corona Krise hat auch Vietnam dazu gezwungen, drastischere Massnahmen dagegen zu unternehmen. Im Zeitraum von 1.04 zum 30.04 sind alle Visas eingefroren und Hotels dürfen keine neue Touristen aufnehmen. Oder es ist zumindest viel komplizierter geworden. Viele grosse Ketten sich auch hier geschlossen, kleine Localläden sind aber immer noch offen.

Wie mich diese Situation beeinflusst hat, werde ich in den nächsten Wochen dann noch ausführlich berichten. Da es für mich nie wirklich eine gute Lösung war, meine Reise so beenden zu müssen und zurück in ein Lockdown Europa zu kommen, habe ich mich entschieden mal für eine unbestimmte Zeit einen Platz in Vietnam zu suchen. Denn ich bin schon solange unterwegs, dass es für mich wohl einfach sein wird hier zu warten und nichts zu tun, als das Selbe Zuhause machen zu müssen und nicht die Möglichkeit zu haben meine Ideen, welche im letzten Jahr entstanden sind umzusetzen. Auch ist der Vietnam deutlich billiger als die Schweiz, denn die Chance das ich jetzt gerade Arbeit finden würde, ist wohl auch nicht so gross. Mittlerweile habe ich einen kleinen Bungalow in einer Farm gefunden und werde hier mal einige Wochen verbringen und abwarten, wie es weiter geht. Mein Visa läuft am 20.05 das ist somit mein nächster Fixpunkt um zu schauen wie es weiter geht. Komisches Gefühl zu wissen, dass es nun mal nicht mehr in meiner Hand ist was passiert auch wird dies mein längster Aufenthalt an einem Ort sein.

Hier noch mein Standort: Genau hier schlafe ich

Nun aber zurück nach Hoi An und anfangs März:

Tanzfestival in Hoi an. Dies war wohl eines der letzen Grossevents, welches noch statt gefunden haben.
Die Band verabschiedet sich in Wasser. Das sich viele Taenzer sich angeschlossen haben, hat den Organisatoren nicht wirklich gefallen.
Beachparty. in drei Tagen wurde an sechs Standorten getanzt.
Live Band.
Kleine Afterparty im Hotelzimmer eines Festivalsbesucher.
Live Auftritt von mir.
Ich hab mein Fahrrad betrogen!

Da ich nun seit einigen Tagen stolzer Besitzer eines 65-85 Liter Rucksacks bin, welcher alle meine Wünsche für Expeditionen ohne Fahrrad erfüllen würde, galt es nun eine erste Idee umzusetzen. Zuerst dache ich mir ich würde ähnlich wie mit dem Fahrrad irgendwo starten und versuchen einen Endpunkt zu erreichen. Diese Idee verwarf ich dann aber schnell, da zu Fuss doch deutlich weniger Distanz zurück gelegt werden kann und es doch eigentlich das Ziel sein sollte weg von den Strassen in die Berge zu kommen. Und kleine wilde Wege zu begehen.

Wenn man sicher über Trecking informiert bekommt man im Vietnam meistens nur irgendwelche Kurzstreckentouristenattraktionen und nicht das Abenteuer auf was ich auf der Suche war. Was aber sicherlich Sinn macht, ist sich die höchsten Berge anzuschauen. Es gibt mehrere 3000er Berge. Fansipan ist mit 3143 Metern der höchste Berg im Vietnam, seit aber eine Gondelbahn bis auf die Spitze führt ist es für die Hochwanderung uninteressant, man will ja schliesslich nicht den Gipfel mit dutzenden anderen teilen, welche nicht die selbe Leistung erbracht haben. Ein weiterer Berg ist direkt an der Chinesischen Grenze. Auch dies ist suboptional, denn dafür brauch es eine Tour plus eine Erlaubnis das Grenzgebiet zu betreten. Und das würde wohl in Zeiten Coronas wo viele Touristenattraktionen zu machen, nicht mehr umsetzbar sein.

Da führt vieles zum Bach Moc, mit 3054 Metern der vierthöchste Berg Vietnams und unter „Abenteuersuchenden“ bekannt, da man noch tatsächlich Muskelkraft aufwenden musste um auf die Spitze zu kommen.

Meine Recherchen zeigten auf das es im Internet nur wenige Informationen gab, mit welcher Route man den Berg besteigen könnte und wie lange das gehen würde, konnte ich nicht herausfinden. Nur ganze Touren konnten gebucht werden und die Leute die über den Berg schreiben, würden nicht mehr als „anstrengend“ oder „wunderschön“ über die Besteigung preisgeben. Aber wieso sollten sie auch, schliesslich haben sie 300 Dollar bezahlt um alle Überlegungen an andere abzugeben. Auch konnte ich aus den Touren herauslesen das es ein Basecamp auf 2200 Meter geben würde und sogar Porter für extra Gepäck. Die insgesamt 3 Tagen welche die Touren anpriesen würden sicher zu wenig für mich sein, denn die Kunden sind leicht unterwegs, ohne zusätzliches Essen, Trinken und Schlafequipment. So kaufte ich für um die 4 Tage Essen ein und hoffte es würde reichen. Erdnussbutter, Toastbrot, 1kg Pasta, 1.5 kg Müesli und Haferflocken, 3x Fertignudeln, 0.5 kg Gummibärchen, 0.5 kg Kartoffeln, 6 Packungen Oreo, Gemüse und Bananen waren meine Verpflegung für die geplante Expedition.

Zugfahrt nach Hanoi.
Innenstadt Hanoi. Ein Chaos wie überall.

Nachdem ich mich in Hanoi mit Verpflegung ausgestattet habe kaufe ich mir ein Busticket nach Laocai. Ich sollte um 07:30 am Shop sein, wo ich abgeholt werden würde. Mir Gefällt die Idee nicht von anderen Abhängig zu sein und ich werde schnell nervös über solche Umstände. Bin ich am richtigen Ort, haben sie mich vergessen oder wurde ich gerade abgezockt? Solche Fragen stellen sich in meinem Kopf sobald ich eine Minute länger warten muss als geplant. Da habe ich noch Verbesserungspotential um die ganze Sache lockerer zu nehmen.

Wer hätte es gedacht der Bus kam doch tatsächlich um mich mitzunehmen und brachte mich zum Busbahnhof von Hanoi. Dies ist übrigens auch etwas was ich schwierig finde an Backpacken: Welcher von den hunderten im Netz zu findenden würde nun der Richtige sein. Hanoi Nord? Hanoi West? Süd? Ost? Zentral? … Da gibt es auch nicht so viel Spielraum für Fehler, einmal am falschen würde es schwierig sein den richtigen noch zu finden, bevor der Bus weg sein würde. Züge sind da einfacher, es gibt meistens nur einen grossen Hauptbahnhof.

Pünktlich nach 5 Stunden wurde ich im Busbahnhof Laocai abgesetzt, welcher natürlich 10 Kilometer ausserhalb der Stadt lag. Die Taxis standen schon bereit um mich in die Stadt zu fahren, zu vor wurde ich aber noch von einem besorgten Beamten in empfang genommen ob ich denn den Virus hätte. Die Temperatur wurde gemessen und mir eine Mundmaske auf den Weg gegeben.
Nun ist zu Fuss unterwegs zu sein doch ziemlich anders als mit dem Fahrrad. Die 10 Kilometer wären normalerweise kein Problem gewesen, nun schienen sie aber wie ein unüberwindbares Hindernis und schon nach wenigen Metern fragte ich mich ob dies die richtige Entscheidung war. Der Rucksack drückte schwer auf meinen Rücken und Hüfte, schliesslich wiegte er auch um die 20 Kilogramm mit all dem extra Essen. Ich lehnte aber alle Mitfahrgelegenheiten ab welche mich, wohl zu Wucherpreisen in die Stadt bringen wollten. Nach zwei Stunden war ich in der Stadt angekommen. Nun stellte sich aber schon das nächste Problem, wo würde ich schlafen? Und wie würde ich dort hin kommen, einfach mal schnell aus der Stadt hinauslaufen geht nicht mehr. Und es sollte auch nicht mehr als 5 Kilometer weg sein, sonst würde ich es nicht mehr erreichen können bevor es dunkel würde. Ich fand eine kleine Strasse welche mich auf einen Hügel neben die Stadt führte. Da ich schon seit Jahren empfindliche Haut habe, war es auch keine Überraschung das diese an meiner Hüfte rot angelaufen ist, meine Füsse waren durch die 15 Kilometer aufgeschwollen und auch meine Schulten und unterer Rücken waren nicht begeistert über meine neue Idee. Das würde ja heiter werden.

Wegen dem allgegenwärtigen Corona Virus hat sich die Situation auch im Vietnam geändert. Das Land hat zwar schnell reagiert und für eine bestimmte Zeit die Sache unter Kontrolle bekommen. Der Virus wurde angeblich durch eine Europäerin wieder ins Land gebracht. Dazu kamen wohl noch einige Medien gesteuerte Einflüsse, zumindest hat man es als offensichtlicher Ausländer nicht mehr ganz so einfach wie noch ein paar Wochen zuvor. Gewisse Geschäfte wollen dich nicht mehr bedienen, oder Restaurants nicht mehr bekochen auch auf dem Markt gibt es Leute welche dich verscheuchen wollen. Es werden Masken bei meinem Anblick über die Münder gezogen, oder meist Kinder und alte Frauen halten sich entsetzt die Hände vor die Münder. Was halt einfach mal gar nichts bringt, ausser mir ein unangenehmes Gefühl zu geben. Zu diesem Zeitpunkt war aber die Situation noch nicht so angespannt wie sie im Zeitraum um den 20.03.2020 sein würde. So machte ich mir nicht viel daraus, da ich ja für die nächsten Tagen sowieso alleine in den Bergen sein würde.

Eine Frau war so freundlich mir eine Nachricht auf Vietnamesisch zu schreiben, dass sie keine Ausländer bedient. Sehr nett.

Habe ich schon erzählt das ich eigentlich nicht genau wusste wo ich den Berg besteigen könnte?Nein? Ok eine kleine Information gab es schon. Ich habe einen Screenshot an einem Reiseunternehmen gesendet um zu fragen, ob dies denn dies der korrekte Weg zum besteigen wäre, welche sie mir bestätigt hatten. So gab es zumindest eine Idee von welchem Dorf ich es versuchen sollte, einen weg zu finden. Und das Glück sollte auf meiner Seite sein. Denn die 60 Kilometer musste ich nicht Hitchhiken oder Laufen, sondern konnte sie mit dem Localbus fahren, welcher per Zufall neben mir durchgefahren ist und doch tatsächlich mein Ziel bringen würde. Nur war dies schwierig dem Fahrer zu erklären, welcher mehrere Male anhielt um sich zu vergewissern ob ich denn immer noch weiter fahren wollte.

Damit hatte ich nicht gerechnet, so weit am zweiten Tag zu kommen und endlich wieder die Zivilisation verlassen zu können. Das brachte diesem Abendteuer einen ganze neue Note. Und anfänglicher Pessimismus wich freudige Aufregung. Der Tag war bereits fortgeschritten und ich kam nur noch einige Kilometer weit, bevor ich mich in ein ausgetrocknetes Reisfeld für die Nacht einquartierte.

Am nächsten morgen zog Hochnebel auf und ich würde innert wenigen Stunden umgeben sein von diesem weissen Schleier, welcher alles in ein ungewisses Grau wickelte. Nicht weiter als 30 Meter konnte ich sehen. Da ich sowieso nicht wusste wo der Weg genau sein würde um auf die Spitze zu kommen, folgte ich meiner Intuition und den Googlemaps Satellitenbilder, welche ab und zu kleine feine Striche in der Landschaft aufwiesen, dies konnten Wege sein, oder vielleicht auch ein Bach, viele Abschnitte waren aber noch mehr ungewiss, da auf den Satellitenbilder nur noch Wald zu sehen war. Aber solange die Wege anständig begehbar waren folgte ich diesen, ich würde ja wohl nicht der erste gewesen sein, welcher diese Route genommen hatte. So schritt ich den Berg hinauf, bis am späteren Nachmittag ein feiner Nieselregen einsetzte, welcher auch nicht mehr aufhören wollte. Da tauchte eine Hütte vor mir im Nebel auf, nach einem Blick ins innere merkte ich, dass diese im Moment nicht bewohnt war. Und ich öffnete die Türe um mich ein bisschen vor dem Regen zu schützen und zu überlegen wie es weiter gehen würde. Es war erst 16:00 Uhr und ich hätte noch 2.5 Stunden bevor es dunkel würde, also noch eine gute Zeit welche zu nutzen war. Allerdings war diese Hütte ein idealer Ort um zu nächtigen, denn mit diesem Nieselregen würde morgen alles durchnässt sein und schwerer. Auch war es nicht sicher, ob die Sachen überhaupt trocknen könnten am nächsten Tag, denn Sonnenschein erwartete ich nicht. So entschloss ich mich hier zu bleiben und den nächsten Morgen abzuwarten. Am Abend studierte ich die Karte und machte eine neue Entdeckung:

Wassertesten direkt vom Fluss, ungefiltert.
Schlafplatz in Hütte.


Da war doch tatsächlich ein Weg eingezeichnet, Welcher nur 600 Meter neben mir sich den Berg hochschlängelt. Könnte dies der offizielle Weg zum Gipfel sein? Wieso habe ich diesen nie gesehen? Leider war der Gipfel auf der Karte selbst nicht angeschrieben, aber der Vergleich mit Googlemaps liessen keine grosse Zweifel mehr übrig. Das könnte ein Weg sein welcher mich weiter bringen würde. Ich schöpfte neue Motivation und nahm mir vor, am nächsten Morgen in diese Richtung aufzubrechen.

Nur sind natürlich 600 Meter am Berg etwas anderes als 600 Meter einer Hauptstrasse entlang. Aber einen Versuch sollte es wert sein. So machte ich mich auf wieder in den Nebel zu schreiten, welcher sich in der Nacht nicht verzogen hatte.

Nach einigen Sackgassen würde ich dann tatsächlich auf eine Kreuzung gelangen, welche wie es aussah diesen mystischen Weg beherbergen würde. Nur hatte dies deutlich länger gedauert als geplant und ich war schon ein bisschen demotiviert jetzt noch grosse Distanzen zu gehen. Nach kurzem abwägen, entschloss ich ins Tal zurück zu laufen um irgendwo einen schönen Spot zum nächtigen zu finden. Der Weg war matschig und steil und es beförderte mich einige male auf mein Arsch. Nach einigen Minuten kamen mir dann aber trotzdem Zweifel auf. Konnte ich den wirklich jetzt schon aufgeben, man konnte es ja noch nicht wirklich einen Versuch nennen. Essen sollte ja noch genug vorhanden sein. Mit dem Wasser gab es bis jetzt auch noch keine Probleme, die Region scheint viele Quellen zu haben. So drehte ich mich um und stapfte den selben Weg wieder nach oben. Über die Kreuzung den neuen Weg entlang Richtung Ungewissheit.

Das ich wohl nun auf dem Richtigen Weg unterwegs war, wurde schnell klar, er war breiter und nicht so zugewachsen wie die andern zuvor. Ein Zeichen dafür das hier mehr Leute unterwegs sein würden. Auch fand ich einige Rastplätze mit Müll und schlussendlich kamen mir zwei Locals entgegen, welche mir auf zeigen einen Screenshots der Spitze bestätigten, dass ich richtig bin. So kämpfte ich mich den Weg hoch, welcher teilweise Gefühlt fast senkrecht hoch führte. Langsam lichtete sich auch der allgegenwärtige Nebel und die graue Suppe wurde durch das Blau eines wolkenfreien Himmel abgelöst. Die ersten Sonnenstrahlen erfüllten mich mit Freude und gaben mir die Bestätigung das meine Entscheidung nicht aufzugeben die richtige war. Auch konnte ich nun die Bergkämme um mich herum sehen.

Ich wusste aus meiner Recherche das die organisierten Touren auf 2200 Meter ein Basecamp hatten, wo die Besucher zwei Nächte verbringen würden. Und das sollte auch mein Plan sein, als ich das verlassen Camp gefunden hatte und dazu auch eine kleine Quelle, welche meine Wasserversorgung für die nächsten Tage sicher stellen würde suchte ich in der Umgebung einen vor Blicken geschützten Stellplatz, wo ich mein Zelt für einen Tag stehen lassen könnte. Auf einem nahe gelegen Hügel umgeben von Dornenbüschen und hohem Grass fand ich einen 2×4 Meter Fleck, welcher gerade und ohne Gestrüp war. Ein kleines Wunder auf dem Berg. Nur war mein Zelt hier oben gegenüber dem Wind stark exponiert und ich musste alle 6 extra Windleinen befestigen, bevor ich sicher war das es nicht spontan wegfliegen würde. In der Nacht würde der Schlaf nicht einfach kommen, denn der Wind rüttelte am Zelt und heulte umher.

Froh das der Morgen kam, wurde ein leichten Gipfelsturmrucksack gepackt, welcher nur Wasser, meine letzte Oreo-Packung, bisschen Kleidung und meine Pfanne enthielt, den der Rest würde ich zurück lassen, auf dem Gipfel zu nächtigen würde wohl keine Option sein, da ich nicht annahm über 2200 Meter noch fliessend Wasser zu finden. Und die Idee mit noch extra Wasser die letzten 5 Kilometer und 800 Höhenmeter zu machen, stimmte mich nicht glücklich. Auch würde mir wohl das Essen für noch einen weiteren Tag nicht reichen. Also schnell Hoch und Runter war der Plan. Schon von weitem konnte man das Ziel sehen, oder zumindest die Wolken welche den 3000er einhüllten. Und so war es auch, die Wolken massen schiebten sich im Sekundentakt umher, leider würde ich aber zum Gipfelzeitpunkt im Nebel stehen und nicht meinen Triumph mit dem würdigen Ausblick feiern können. Naja was soll es, die ganze Aktion war ja auch nicht unbedingt dafür geplant diesen Gipfel zu erreichen, dieses Ziel gab einfach mal wieder einen guten Grund nach 3 Wochen Stadtleben raus zu kommen und mal nicht mit tausenden Menschen umgeben zu sein.
Gegen 14:00 stand ich dann wieder an meinem Zelt und entschied mich das Lager abzubrechen und noch einige Meter weiter runter zu steigen, denn so müsste ich diese nicht am nächsten Tag machen. Mir schwebte auch schon eine Idee im Kopf herum, denn beim Aufstieg hatte ich mir alle Quellen und möglichen Schlafplätze auf der Karte markiert, denn so viele Möglichkeiten gab es nicht auf dem Weg. Fazit am Tag 12 Kilometer, 800 Höhenmeter und 1300 Abstiegmeter.

Bambuswald auf 3000 Meter. Kurz vor dem Gipfel
Ein Bad im eisigen Fluss.
Brauchte fünf Anläufe bis ich ein gutes Bild hatte.

In der Nacht kam der Nebelregen zurück und würde all mein Hab und gut durchfeuchten, denn die Luftfeuchtigkeit ist hier sehr hoch und mit einem Textilrucksack kann man die Nässe nicht wirklich abhalten ins Innere zu gelangen. Da sind Fahrradtaschen doch einiges praktischer, welche Wasserdicht verschlossen werden können.

Mittlerweile war mein Körper erschöpft von den letzten Tagen, ich sehnte mich nach einem Bett und einem Ruhetag. Doch leider lagen noch einige Kilometer zwischen mir und dem nächsten Dorf.
Als ich zurück auf der Strasse war wurde ich von einem Local mitgenommen, welcher anschliessen den Doppelten Preis verlangte als ich bereit war zu bezahlen. Darauf beharrend gab er sich damit zu frieden. Normalerweise wird nicht viel verpasst, wenn man mal einige Tage ohne Internet ist. Doch nun musste ich feststellen, das die Corona Situation mittlerweile doch grössere Dimensionen annahm als ich noch gedacht hatte. Es wurde von Homeoffice geschrieben, Lockdowns und Rückholaktionen von Touristen in ihre Heimatländer.

Das Homestay im Dorf wollte mich nicht mehr aufnehmen und verwies mich auf ein kleines Hotel, bisschen ausserhalb der Stadt. Wo es dann doch noch Zimmer gab. Wo ich dann zwei Nächte bleiben wollte. Am gleichen Abend wurde ich vom örtlichen Krankenhaus abgeholt, welche meine Temperatur messen wollten und wissen wo ich genau war. Nachdem dies geregelt war, konnte ich wieder zurück ins Hotel.

Am nächsten Nachmittag kam die Besitzerin auf mich zu und sagte, wenn ich nicht innert einer Stunde verschwinde, müsste sie mich in eine 14 Tage Quarantäne schicken. Nach langen Diskussionen via Google Translater und Übersetzer stand es dann fest, es würde wohl wirklich nötig sein das ich mich verziehe.

Hier kommt mal wieder etwas Mühsames am Backpacken dazu: Es ist nicht möglich autonom Unterwegs zu sein. Ich würde mir ein Taxi nehmen müssen, den es gab kein Local Bus mehr um diese Zeit. So habe ich zurück nach Laocai, wo ich einen grossen Bus nach Hanoi nehmen werde, das 12 Fache bezahlt als ich eigentlich wollte. Auch habe ich es zustande gebracht in der Hektik einen falschen Bus zu buchen und stelle am Bahnhof fest, dass das Ticket nochmals zu bezahlen war. Ein chaotisches Ende meiner Backpackerzeit. Wiederholen muss ich das nicht mehr, muss ich auch nicht, denn in Hanoi würde mein Motorrad auf mich warten.

Bissel schräg das Ganze?

2 Kommentare zu „Der Weg auf den Bach Moc Luang Tu

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  1. Hey Micha,

    Glad to see that every things is ok with you. Your one man show- song is very nice to see👍
    What amazing trip you made in the mountains.😮😮😮😲Willy crazy.😏😏😏 But the pictures are also unique👍👍👍👍. I think there, their is now place for Corona virus.😏 The oxygen of the mountains don’t like the virus. But take care of yourself. Here in Belgium we have to to willy at home. Like in.Switserland a lot of people died.😐
    We can make a walk arround the village, I have luck to live 8+ a beautifull community with a beautifull castle and just next my house a natural area with nice walks. And my dog is also lucky that I’m more at home😊 I send you a chocolate Rabit egg in my memory for Frohe Ostern🐣🐇😜 If you close your eyes, perhaps your can tasted it🐇🐣😄😄😄 Take car of yourself👍😉 Marleen

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    1. I am trying my best. At the moment its pretty easy. I will continue in 2 Weeks lets see how it comes then. I waited not for 2 months at one place, slowly i start to be bored.

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