Ab in die Höhe!

Murghab (Tadschikistan) – Osh (Kirgistan)

Tag 163 – 179

Kilometer 8996 – 9442

Murghab hat Etwas vor mir weggenommen. Etwas was mich die letzten fünf Monate begleitet hatte. Das ständige Gefühl Kilometer machen zu müssen. Ich würde ja gerne hier etwas mehr Zeit verbringen, aber da sind noch 30 Kilometer zu machen. Nein ich will nicht bleiben, denn da sind noch 30 Kilometer bis ich die magische 80 erreich habe. Denn 80 Kilometer sollte man schon fahren pro Tag, schliesslich ist man ja nicht schwach, oder? Aber wieso habe ich das Gefühl eine gewisse Anzahl Kilometer leisten zu müssen? Vieleicht muss ich mich beweisen gegenüber irgendwelchen Leuten, welche insgeheim gedacht haben, dass der Depp nach wenigen Wochen wieder zurück sein wird. Ich kann ja nicht erst in der Türkei sein nach über fünf Monaten? Gegenüber mir selbst? Denn auch ich wusste nicht ob diese Vorhaben, ohne grosse Vorbereitung und ziemlich impulsiv geplant, funktionieren würde. Da fühlt es sich gut an, wenn sich die täglichen Punkte auf der Karte zu einer immer längeren werdenden Schlange zusammenfügen.

Aber auch wusste ich es nie anders. Mein Bruder ist in sechs Monaten nach China gefahren. 100 Kilometer à 6 Tage die Woche mit einem Ruhetag, so zumindest sein Plan. Und auch die ersten zwei Reisenden Ivo und Geito liessen den Tag als erfolgreich verbuchen, wenn die 80 geknackt wurde. Zitat: „Wir können schon Pausen machen, ich will einfach 80 Kilometer fahren.“

Ebenfalls hörte ich die ganze Zeit in der Ferne den Pamir Highway rufen. Welcher sein optimales Reisezeitfenster im Juli und August haben sollte. Der Pamir war in meiner Planung der erste Fixpunkt, welcher ich umbedingt bereisen wollte.

Durch all diese Faktoren lies ich mich auf das Kilometer jagen ein. Es ist sicherlich nicht falsch eine solche Mentalität an den Tag zu legen, denn die Art zu Reisen ist schliesslich frei. Und es gibt kein Richtig oder Falsch. Aber ich denke man verpasst doch schon einige schöne Erlebnise, welche am Strassenrand bereit liegen. Aber auch ich hatte für diese kein Auge und zog meine Linie ohne grosse Abstecher Links und Rechts. Bis jetzt!

Murghab ist um die 75 Kilometer vom Ak Baital Pass entfernt. Welcher der Höchste Punkt mit 4655 Meter über Meer auf dem Pamirhighway ist. Man könnte diese Strecke wohl in einem Tag meistern und noch einige Kilometer mehr um die Höhe wieder zu verlieren. Denn es gibt eine Grundregel, dass man ab einer Höhe von ca. 2500 Meter nur noch um 400 Höhenmeter steigen sollte. Um eine optimale Anklimatisierung zu gewährleisten. Denn eine mögliche Höhenkrankheit sollte man nicht unterschätzen. Durch den Mangel an Sauerstoffsättigung in der Luft können Kopfschmerzen enstehen, oder bis im schlimmsten Fall zum Tod führen. Aber keine Angst, da gibt es schon noch ein paar Zwischenschritte. Jedenfalls sollte man dies immer im Hinterkopf behalten. Über 1000 Meter zu steigen und auf dem Pass zu übernachten ist sicherlich nicht die Richtige Entscheidung.

So suchte ich mir schon um 3 Uhr Nachmittags auf 4000 Meter einen schönen Zeltplatz neben einem klaren Flusslauf, welcher meine Wasserquelle für das Kochen und Abwaschen sein würde. 3 Uhr Nachmittag? Das ist aber viel Zeit für Kochen und Entspannten. Da sollte schon noch Etwas getan werden. Viele flache Steine lagen um meine Schlafstätte herum. Mit dem Plan „Micha weit weg“ künstlerisch auf dem Boden darzustellen, sammelte ich viele Steine zusammen. Doch nach über einer Stunde Arbeit, liess ich es dann mit „Micha“ beruhen. Das dauerte deutlich länger als gedacht und braucht auch viele Steine. Um die 160.

Auch habe ich angefangen meine Gitarre regelmässig zu benutzen und mich in neue Themen einzuarbeiten. Sie ist sicherlich zu kurz gekommen in den ersten fünf Monaten. Und es wäre eigentlich schon mein Ziel einen Unterschied zu sehen am Ende dieser Reise.

4655 Meter über Meer. Höchster Punkt mit dem Fahrrad.

Wenn man schon mal auf 4000 Meter und höher befindet, sollte man die Chance nutzen wenn möglich einen 5000er Berg zu erklimmen. Denn diese Möglichkeit hat man nicht jeden Tag. In dieser Region bietet sich der gleichnamige Berg Ak Baital mit 5102 Meter an. Über ca. 4 Kilometer und 700 Höhenmeter ist dieser Berg besteigbar. Für brauchbar einige Tage ohne mein Fahrrad auszukommen fehlt mir ein guter Rucksack. Das einzige was ich habe, ist ein 15 Liter Rucksack, welcher sich auf die grösse einer Faust zusammenknüllen lässt. Oke, für diese Expedtion würde ich mein Zelt nicht benötigen. Mein Gepäck würde sich auf zwei Liter Wasser, ein Brot, Regenjacke, 800 Dollar, Bankkarten und meinen Pass beschränken. Denn mein Fahrrad musste ich zurück lassen, da nehme ich zumindest die wichtigsten Sachen mit, dass ich im schlimmsten Fall immernoch nach Hause kommen würde.

Der Berg ist nicht ganz ohne. Kiesige Hänge gespickt mit einigen Felsen, welche es zu beklettern galt. Bouldern macht mir Spass und ich suchte die Herrausvorderung. Rückblickend eventuell bisschen Leichtsinnig? Denn nur schon ein böser Misstritt hätte mich wohl einige Stunden bis in die Nacht gefangen gehalten. Aber im Moment richtig Geil! Sich den Berg hochzukämpfen. Besonders die letzten 200 Höhenmeter waren anspruchsvoll. Ihr fragt nach meiner Erfahrung? Die habe ich! Zwei Monate Bouldern und eine Doku über die Deutschen Gebirgsspezialisten. Ich denke das befugt mich auf 5000 Meter im Nirgendwo in den Bergen rumzuklettern. Die Spitze heil erreicht habe ich soeben meinen ersten 5000er bestiegen. 5102 Meter über Meer. Und es wird sicher nicht der letzte sein in meinem Leben. Der Abstieg war noch deutlich kräftezehrender als der Anstieg. Denn es gab nur die Möglichkeit über diese Kiesfelder nach unten zu gelangen. Misstrittgefahr lauerte bei jedem Schritt über diesen steilen Hang zurück zu meinem Fahrrad.

Überall wo ich hingehe höre ich das Pfeifen. Murmeltiere wo ich hinschaue. Es fühlt sich an wie in den Schweizer Bergen unterwegs zu sein. Zumnindest habe ich in meiner Erinnerung auch einige Murmeltiere gesehen. Wenn ich sie erspäht habe, sind sie aber auch schon fast wieder in den Löcher verschwunden. Und so kann ich nur die Löcher zeigen, denn für die Tiere zu Fotografieren habe ich leider noch nicht das richtige Equipment.

Habe ich bereits erwähnt das ich Hunde hasse? Gut, denn diese Meinung hat sich grundsätzlich auch nicht geändert, aber eines Morgens hatte sich eben so ein Tier zu meinem Zelt gesellt. Und wollte nicht mehr von meiner Seite weichen. Ah ich würde ihn dann schon abhängen, wenn ich wieder auf der Strasse bin, dachte ich mir. Dem war aber nicht so, mein neuer Begleiter entschloss sich mir ab nun zu folgen. Über 50 Kilometer an diesem Tag. In einer Langen Abfahrt, hatte ich ihn kurzzeitig abgehängt, im nächsten Dorf nach meinem Einkauf stand er aber überraschend wieder neben mir. Mittlerweile hatte er sich mit einer Dorfhündin angefreundet, Welche sich dann auch entschloss mir auf meinem Weg zu folgen. Schon interessant, denn ich habe den Beiden weder Essen noch Trinken gegeben. Also wirklich keinen Grund mich als neues Herrchen zu erkühren.

Die Nacht war windig und kalt und die Beiden schliefen dicht an mein Zelt gepresst, möglichst vom Wind geschützt neben mir. Mitlerweile war ich bisschen genervt und besorgt über die Situation. Was würde ich an der Grenze tun, welche es heute zu überqueren galt? Wie lange kann so ein Tier ohne Wasser und Essen auskommen. Trinken konnten sie an einigen Flüssen, aber ich habe sie nie essen gesehen.

Der letzte Tag in Tadjikistan hatte es in sich. Kräftiger Wind zog über die Hochebene hinweg, meisten schräg von der Seite trafen mich die Windböhen. So stark, dass ich einen gewissen Winkel gegen den Wind, mal mehr oder weniger einnehmen musste, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Das Tal vor der letzten Steigung hatte ziemlich sandigen Boden, welcher der Wind ohne grosse Mühe in riesige Wolken verwandelte, welche über die Strasse peitschten. Da musste ich teilweise anhalten, wenn mich so eine Wand erwischte. War sehr eindrücklich was die Natur so im stande ist zu tun und wie ausgeliefert ich in der Situation war. Nur noch einige Meter Sicht nach vorne und hinten. Zum Glück war die ganze Situation aber nicht unkontrollierbar gewesen.

Auch hatten die beiden Hunde vor dem letzten Abschnitt anscheinend das Interesse an mir verloren. Denn ich habe sie nach dem Sandteil nicht mehr gesehen. So wie ich sie kenne hätten sie aber genügend Zeit gehabt die Lücke wieder zu schliessen, denn die Steigung war nochmals anspruchsvoll, mit natürlich immernoch viel Wind. Nun meistens direkt von Vorne.

Der Grenzübergang nach Kirgistan war einer der angenehmsten, keine Kontrolle nur den Pass wollten die Herren Soldaten sehen und schon war ich durch. Kann immer so sein. Für die Zukunft.

Kirgistan!

Der Pamir ist ein sehr touristisches Gebiet. Es gibt viele Leute welche z.B. nach Duschanbe fliegen und danach nach Osh fahren, als kleine einmonatige Urlaubsreise. Für das gesittete Abenteuer zwischendurch. Und so werde ich immer mehr überrascht angeschaut, wenn ich erwähne das ich nun schon seit sechs Monaten unterwegs bin und in der Schweiz gestartet war. Es fühlt sich Teilweise so an: „Ah ich habe gerade ein paar Tage nichts zu tun, lass mich doch schnell den Pamir fahren.“ Ich verstehe natürlich, dass sich nicht jeder beliebig viel Zeit nehmen kann für seine Reise. Denke aber das der Pamir bisschen an Scharm verliert so touristisiert zu werden. Aber ich bin ja auch nur einer von Vielen.

Hostel Eingang.

Wenn man sich der Grenze zu Kirgistan nähert bekommt man für einige Tagen am Horizont einen stillen Begleiter. Peak Lenin, ein 7000er Schneeberg, welcher wie eine Wand am Horizont aufragt und über das Gebiet wacht.

In Realität bisschen mehr eindrücklich.

Und wie auch mein Bruder zwei Jahre zuvor, war auch ich faziniert von diesem Berg. Ein 7000er, wie wäre es wohl einen 7000er zu besteigen. Das wäre schon mal etwas was man im Leben erreichen könnte. Und dieser hier ist so Nahe. Wäre auch eine tolle Geschichte wenn es klappen würde, aber es gibt doch ein paar Dinge zu beachten. In Absprache mit meiner externer Vernunft (Bruder), welcher selber schon Versuch gewagt hatte den Berg zu besteigen, lies ich mir diese dann auch aufzählen. Ich habe keine Erfahrung in Schnee und Gletscherbesteigungen und kenne mich mit dem nötigen Werkzeug nicht aus. So müsste ich mir dieses Wissen in der effektiven Besteigung aneignen. Auch wäre das Zeitfenster sehr eng gewesen. Ich hätte nach meiner Entscheidung am nächsten Tag mit dem Besteigungsprogramm anfangen müssen. Was man aber sicher sagen kann, dass ich im Moment Top fit bin und auch sehr gut auf der Höhe anklimatisiert. Den letzten Wochen habe ich meistens auf 3000+ verbracht. Ebenfalls dagegen sprach, dass ich alle Ausrüstung mieten hätte müssen. Denn für diese Temperaturen bin ich überhaupt nicht ausgerüstet. Und da hatte ich dann auch meine Zweifel, dass dieses doch sehr schnell organisierte Material mir passen würde.

Auch wenn gesagt wird das der Peak Lenin einer der einfachsten 7000er ist, würde diese Geschichte sicherlich nicht ohne sein. Und es sterben auch regelmässig einige Menschen bei dem Versuch diesen zu besteigen. Diese Saison sollen es zwei gewesen sein, letztes Jahr um die fünf. Vor dem Tod habe ich grundsätzlich keine Angst, natürlich habe ich noch kein Interesse daran zu sterben. Aber die Vorstellung durch einen dummen unbeholfenen Fehler meinerseits einige Finger zu verlieren, ja das könnte hier schon passieren und dadurch den Rest meines Lebens daran erinnert zu werden, liess mich leer Schlucken.

Diese Entscheidung ging für mich in die gleiche Thematik, wie das Bereisen von Pakistan. Wenn Alles gut verläuft ist es eine tolle Story, wenn aber etwas passiert ist es einfach nur dumm. Deswegen habe ich mich schlussendlich dagegen entschieden. Ist wohl besser so.

Dafür habe ich mich aber entschlossen dem ABC (Advanced Base Camp) oder auch Camp 1 auf 4400 Meter über Meer einen Besuch abzustatten. Eigentlich wollte ich meinen Bruder überraschen, denn er hatte dort ein Jahr zu vor ein mannshohen Steinturm gebaut, welcher ich findne wollte um damit ein Foto zu machen. Ich hatte sogar die Information das er noch stehen sollte. So machte ich mich auf 15 Kilometer und um die 1300 effektive Höhenmeter zu bewandern. Nicht wie der Ak Baital, war dieser weg grundsätzlich einfach zu begehen und schon fast langweilig. Denn nur laufen macht mir nicht sonderlich Spass, da braucht es schon eine Herrausvorderung. So entschloss ich die Strecke möglichst schnell zu meistern und meinen Pulls auf touren zu bringen. Das tat ich dann auch, die paar Wanderer liess ich förmlich stehen, einige Passagen rannte ich bis ich keuchend wieder langsamer werden musste. War ein geiles Gefühl zu wissen, was man leisten kann, wenn ich es will. So brauchte ich um die 3 Stunden bis ich das ABC erreichte.

Wlan!

Die Suche nach dem Bruders Steinturm blieb aber leider vergebens. Selbst meine 5 Dollar welche ich in eine Stunde Sateliteninternet investiert hatte um mit ihm Kontakt aufzunehmen, konnte mir nicht weiterhelfen. Ich musste zur Trauer meines Bruder und mir feststellen, dass der Turm nicht mehr steht. Denn die Position wo er hätte sein müssen konnte ich genau bestimmen, siehe Beweisbild unten. Aber so ein 1.80 Turm kann man nicht so leicht übersehen.

Ich war am richtigen Ort.

So machte ich mich auf den Weg zurück zu meinem Camp. Das Rennen und der ständig hohe Puls zeigten mittlerweile auch ihre Wirkung. Komplett erschöpft erreichte ich mein Zelt. Die grössere Nebenwirkung würde ich aber morgen spüren.

Der bösartigste Muskelkater seit langem, eigentlich hatte ich auf der ganzen Reise nie wirklich Muskelkater, aber heute hatte ich ihn. Und er würde mich die nächsten drei Tage verfolgen. Ich konnte nicht mehr richtig hinknien, Schmerz pur. Ich stöhnte vor mich her. Aber ja man hatte ja nicht zu tun, so fuhr ich weiter zurück zu meinem Ausgangspunkt vor einigen Tagen um meine Vorräte für die nächste Etappe aufzustocken, denn ich hatte mir etwas abenteuerliches in den Kopf gesetzt. Dazu später mehr 😉 So liess ich es auch bei 30 Kilometer bleiben. Ich traf noch einen alten Bekannten durch Zufall im Dorf und wir verbachten den Nachmittag zusammen.

Ich merke gerade später ist bereits jetzt. Mein Plan war es nicht über die Hauptrute nach Osh zu fahren, denn ich verspürte den Drang nach Abenteuer in meinem Blut und so wollte ich über eine Pass, der sicherlich keine brauchbare Strasse mehr hatte, um nach Osh vorzudringen. Ich hatte während meiner Recherche herausgefunden, dass es dort eine alte Soviet Strasse geben sollte. War aber auf Fahrrad schieben und eventuell Gepäck tragen mental vorbereitet. Und ich hatte Lust darauf eine Herrausvorderung zu haben. Auch war meine Vorstellung, was eine alte Soviet Strasse sein würde ein bisschen falsch, was sich aber noch zeigen würde.

Die ersten 15 Kilometer vom Dorf waren noch kein Problem für mich. Danach stiess ich auf die ersten Flussquerungen, easy! Und nun wurde mir bewusst was eine alte Soviet Strasse ist. Eine etwas breitere Grassfläche welche gespickt mit Steinen und Büschen serpentinenartig sich den Berg hochschlängelt. Ich dachte an Pflasterstein oder soetwas. Da hatte ich einen kurzen Moment von Zweifel. Das würde anstrengend werden, dies stand somit Fest. Die Nächsten 6 Kilometer konnte ich teilweise noch Fahren musste aber schon einige Stellen schieben.

Ordnung. Ist wichtig.

Doch dann hatte meine Soviet Strasse keine Lust mehr und die Strasse wurde zu einem kleinen steilen Wanderweg. Schieben war nun grundsätzlich angesagt. Grosse Geröllabschnitte überzogen den Weg, welche zum Laufen nicht ein Problem darstellen würden, mit einem um die 50kg Fahrrad aber einen massiven Kraftaufwand darstellten. Und nun war der Punkt erreicht worauf ich eigentlich keine Lust hatte, die Taschen mussten weg und das Fahrrad seperat hochgeschoben werden. Danach zurücklaufen Taschen holen usw. Ihr kennt ja das Prozedere von meinem Schneepass in Italien schon. 1.5 Kilometer vor der Passhöhe wurde es dann schon recht kalt und auch der Wind hatte deutlich angezogen. Mit der Einschätzung das ich die letzen 1.5 Kilometer und um die 250 Höhenmeter nicht mehr Heuter schaffen würde, schlug ich mein Zelt auf. Gute Entscheidung, denn kurz darauf fing es an zu schneien. Fazit vom Tag 7 Stunden für 8.5 Kilometer.

Die Nacht war kalt, an meinem Limit. Ich musste meine Regenhose anziehen um nicht zu frieren. Die Schlafsackinnenseite wurde unangenehm kalt. Ich war froh als endlich die ersten Sonnenstrahlen mein Schlafplatz erreichten. Die Zeltaussenseite war über Nacht gefroren und musste erstmal auftauen.

Und nun stand mir noch der letze Teil bevor. Brutal! Nur noch grosse Steine und maximale Anstrengung. Das ich wieder de Taschen seperat tragen musste, war von Anfang an klar. Es würde mich 4 Stunden kosten, diese 1.5 Kilometer zu bezwingen. Die Gesicher der Wanderer welche mir entgegenkamen waren köstlich, man sieht wohl nicht jeden Tag einen Radfahrer auf diesem Pass. Die Genugtuung die Spitze erreich zu haben übertraf dann aber Alles. Auf dem Ohr Queen – We are the champion hören, konnte ich nicht aufhören in die Hände zu klatschen und vor mich herzulachen. Bergbezwinger Richard! Das war ich!

Dies wurde mit einer Bluessession auf der Spitze gefeiert. 11 Stunden für 10 Kilometer und um die 1200 Höhenmeter war meine schlussendliche Bilanz.

Der Abstieg war im Vergleich zum Aufstieg kein grosses Thema mehr, denn die Schwerkraft war nun auf meiner Seite. „Abe chöme si alli wieder“ War das Moto. Nach 10 Kilometer wurde der Weg dann auch wieder verlässlich befahrbar. Was für ein tolles Erlebnis wieder auf dem Sattel zu sitzen.

Der weg nach Osh hielt keine Überraschungen mehr auf Lager, schöne verlassene Strassen führten mich sicher in die Stadt.

Osh! Oh my Gosh i´m in Osh! Toller Reim oder? 😉 Ja ich war kreativ. Hier gibt es bis jetzt nur etwas zu erwähnen. Osh hat westliche Eigenschaften. Supermärkte! Burger! Pizza! Süssigkeiten! Zusammen mit einer Schweizerin welche ich hier getroffen habe liesen wir es uns gut gehen. Zwei Burger, Pommes, eine Pizza und Glace lies ich in meinem Magen verschwinden. Und natürlich Süssigkeiten. Am Schluss fühlte ich mich etwas schmutzig aber es war richtig befriedigend sich vollzustopfen. Wirklich toll wieder einmal in einer westlichen Stadt zu sein, nach über einen Monat Tadjikistan.

Ihhhh schon schrecklich.

Fazit der Strecke Murghab – Osh. Mein bisjetziges Highlite auf dieser Tour. Ich war einfach glücklich diesen Druck Kilometer machen zu müssen verloren zu haben. Und konnte meine Abenteuer geniessen.

Ein Kommentar zu „Ab in die Höhe!

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  1. 👍👍👍👍 for what you trip in the hogh mountain’s and so nice to find the stone’s back that you brother made. What is the world so beautiful!

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