Im nahen Osten

Täbris (Iran) – Tehran (Iran)

Tag 91 – 109

Viele Quellen berichten vom Iran, dass es eines der besten Ländern ist für das Fahrradreisen. Nette Menschen und man kann sich vor Einladungen kaum retten. Nach über 20 Tagen habe ich das Gefühl, dass ich schon ziemlich gut einschätzen kann ob mir dieses Land gefällt oder nicht.

Der Verkehr ist grauenhaft. Diese Hauptstrassen sind ein warer Alptraum, dieser Lärm macht mich förmlich krank. Ich sehne mich nach ruhigen verlassene Strassen ohne Autos. Eine solche haben wir nach Täbris Richtung Kaspisches Meer gefunden. Ich bin ein Mensch, welcher negative Emotionen auch gerne mal einige Tage mit sich trägt und so konnte ich der Beginn dieses ruhigeren Abschnitt zuerst gar nicht geniessen. Da dieser Lärm mich so sehr genervt hatte. So konnten wir endlich mal einige Tage ohne diesen Verkehr unterwegs sein. Meine Laune steigerte sich auch wieder. Kaum am Kaspischen Meer angekommen und einige Stunden wieder im Verkehr unterwegs hatte ich schon wieder genug davon. Ich freue mich schon jetzt auf den Pamir Highway. Einfach mal mehrere Wochen keine grosse Strassen mehr. Traumhaft!

Der grösste Verkehrsalptraum erlebte ich aber von Tschalus, am Kaspischen Meer, in die Berge richtung Teheran. Dort gibt es nur eine Strasse, welche alle nutzen. Das ich dort hoch wollte als gerade die Ferien des Ramadans zuende waren, war nicht umedingt von Vorteilen. Denn gefühlt der ganze Iran mach in der Meerregion ferien. Denn dies ist schliesslich auch der einzige grüne Fleck in diesem Land. Wenn es etwas schlimmeres als viel Verkehr und Lärm auf einer Autostrasse gibt, ist es viel Verkehr und Lärm auf einer einspurigen Bergstrasse. Diese Strasse war böse, 2’500 Höhenmeter auf 70 Kilometer. Unter hoher körperlicher Belstaung einen Berg hochzufahren mit ständigem Autoverkehr ist der Horror. Ich habe gezählt, Durchschnittlich 25 Autos pro Minute. Das sind 1’500 Autos pro Stunde. Und an diesem Tag waren es wohl über 12’000 Autos welche alle 2 Sekunden an mir vorbeirauschten. Dazu kommen noch hupen und Zurufe. So viel Lärm kann nicht gesund sein. da die Strasse einspurig war, hatte ich natürlich auf keinen Pannenstreifen für mich alleine. Ich bin so übervordert mit dieser Siutaion. Da hilft nur noch Kopfhörer rein und die ganze Welt ignorieren. Die Strasse war wunderschön, konnte ich aber nicht geniessen. Nach 50 Kilometer konnte ich ein Pickupfahrer überzeugen, mich bis auf die Spitze des Berges zu chaufieren.

Mittlerweile war es dunkel geworden und ich konnte endlich diese Hauptstrasse verlassen und folgte einer kleine Strasse in ein anderes Tal, welches sich vor mir öffnet. Mich gerade erleichtern und die Begebenheiten für einen Schlafplatz absuchend, hielt mal wieder ein Auto. Ein positives Gefühl verspührend, lief ich auf sie zu und quatschte sie an. Die Familie wohnt in Teheran und war auch im Urlaub gewesen im grünen Fleck. Bevor sie weiterfuhren, luden sie mich noch ein in Teheran ihr Gast zu sein.

Die Menschen hier sind sicher nett, ohne zweifel. Leider können aber viele hier kein Englisch, oder zumindest nur wenig. „Hello mister“, „Where are you from“, „Whats your name“, sind die Floskeln welche die Meisten kennen. Wenn ich aber bei einem solchen Zuruf mal anhalte, wird meistens sehr schnell klar, dass hier kein tiefers Sprachwissen vorhanden ist. Und so werde ich nur noch bestaunend angelacht. Diese Prozedur unzählige Male am Tag zu wiederholen, ist nicht in meinem Sinne, macht halt auch wirklich keinen Spass. Und so werden die meisten auch ignoriert. Gerade diese Kombination aus vielen oberflächlichen und langweilligen Gesprächen und der Lärm der Strassen jeden Tag, lässt in mir auch meistens die Lust verschwinden, zu versuchen am Abend eingeladen zu werden. Ich bin so voll, ich will doch nur noch meine Ruhe. Irgendwo mein Zelt aufschlagen und einfach dasitzen und die Stille geniessen.

Bis jetzt ist es aber auch noch nicht zu vielen Einladungen gekommen. Ich vermute das es am Ramadan lag. Die Leute sind wohl eher etwas zurückhaltend, da ja durch den Tag nicht konsumiert wird. Wenn ich aber eingeladen werde und zusagen, wollen sie mich möglichst lange behalten und ich fühle mich schon fast ein bisschen schlecht wieder loszufahren. Herzlich sind die Menschen hier, mit Essen wird man versorgt und kleine Geschenke werden auch mitgegeben.

Für meinen Geschmack kann man aber auch zu freundlich sein, ich muss mich dagegen wehren nicht noch mehr Essen zu bekommen. Kaum ist das Glas leer ist es schon wieder voll. Alles wird in meine Reichweite gerückt, damit ich mich ja nicht bewegen muss. Es hat Etwas von Unterwürfigkeit, welche sicher auch ein guter Gastgeber auszeichnet, für mich aber schon fast in Stress ausartet. Seit vier Tagen wohne ich in Teheran, bei verschiedenen Familien, welche ich auf dem Weg getroffen habe. Und seit vier Tagen durfte ich kein Finger mehr rühren. Noch ein Tee? Willst du noch eine Schokolade. Noch mehr Reis. Und so weiter. Mir ist es lieber wenn ich nicht im Zentrum des Interesse stehe, oder zumindest nicht die ganze Zeit. Auf mein Nachfragen ob ich denn auch mal was machen dürfe, wurde mir gesagt, dass es nicht im Sinne der Gastfamilie sein, den Gast arbeiten zu lassen. Deshalb werde ich wenn möglich für längere Bleiben einen Warmshower host bevorzugen. Dort ist mehr zu tun.

Auch kann ich mittlerweile sagen, dass ich froh bin nicht berühmt zu sein. Ständig als Tourist erkannt zu werden, gibt mir schon das Gefühl von Berühmtheit. Leute sprechen mich während dem Essen an, ob sie denn ein Foto mit mir machen können. Und nicht ohne „Erkannt“ zu werden etwas in einer Stadt zu unternehmen, ist halt auch anstrengend. Wenn jemand sich ehrlich dafür interessiert, wie ich denn als Europäer mein Eis jetzt genau esse, oder neben mir für eine Minute stehen bleibt um mich zu mustern wie ich denn meine Karte studiere, oder allgemein ist auch das Interesse an meinem Fahrrad deutlich gestiegen. Wo früher noch weggeschaut wurde, wir nun angefasst. Da bin ich ganz heikel, ich habe keine Lust das Leute mein Solarpanel betatschen nur weil es Interessant aussieht. Ich brauche dieses Ding und du machst mir es sicher nicht durch deine Neugier kaput. ich glaube aber das die Leute das hier auch gar nicht verstehen, dass sie gerade mein komplettes Hab und Gut anschauen, denn die Neugier ist zu gross, ist ja auch nur ein Fahrrad. Da kann man schon mal berühren, oder?

Fazit der Iran ist ein anstrengendes Land um zu reisen und ich bin froh wenn ich mal wieder in etwas ruhigere Gegend komme. Leider weiss ich nicht ob dies der Fall sein wird in den nächsten Wochen.

In Teheran angekommen, fuhr ich noch am gleichen Tag zur Uzbekistan Botschaft, da ich dort abklären wollte ob ich das Datum meines Visas, welche ich schon in der Schweiz beantragt habe, verschieben kann. Hier erfuhr ich dann auch defintiv, dass es mittlerweile keine Visa mehr braucht für Schweizer um in das Land einzureisen. Und auch am nächsten Tag, erfur ich eine tolle Botschaft. Das fünf Tägige Transitvisa, welche ich für Turkmenistan beantragt habe, kann wenn es angenommen wird, immer noch im Datum geändert werden und in Masshad, nahe der Turkmenistan Grenze abegholt werden. Das heisst ich kann, nun so schnell Reisen wie ich will und einige Tage vorher bescheid geben, dass ich nun einreisen will. Maximale Entscheidungfreiheit. Ich habe eine ganz andere Situation erwartet und wurde positiv überrascht. Nun habe ich nur eine Woche zu warten und zu hoffen, dass mein Visa nicht abgelehnt wird. Denn dies kann leider immernoch Grundlos passieren. Und falls ich abgelehnt werde, brauche ich einen alternativ Plan um Turkmenistan zu überspringen, dies ist aber gar nicht so einfach.

Aber die Welt wäre ja nicht normal wenn es keine Probleme gäbe. Da ein Monat nicht genug sein würde um den Iran zu durchqueren. War schon von Anfang an klar, dass ich einmal das Visa verlängern muss. So bin ich am Donnerstag auf die Polizeistelle für Pässe gefahren, um dies zu erledigen. Ziemlich schnell habe ich wohl die richtige Ansprechperson gefunden und habe mein Anliegen dargebracht. Die Antwort war kurz: „Komm am Samstag wieder“. Darauf hatte ich aber nicht wirklich lust, 20 Kilometer bin ich gefahren, über fünf Spurige Autostrassen um mir ein einfaches „Komm ein anderes mal“ abzuholen. Wer nicht porbiert gewinnt nicht, so fing ich an auf den Mann einzureden. Half aber alles nichts, anscheinend ist es nicht möglich am Iranischen Samstag seine Daten abzugeben. Donnerstag und Freitag sind die Tage des Wochenende hier. Und so blieb mir nichts anderes übrig als wieder abzuziehen. Es fühlte sich an das niemand hier wirklich Ahnung hatte, wie es funktioniert. Jemand sagte mir, weil ich noch 10 Tage Visa übrig habe, soll ich doch einfach bis Mashad fahren. Er verstand aber nicht das mir das nicht reichen würde. Jemand anderes sagte mir es sei erst möglich das Visa zu verlängern, wenn ich nur noch zwei Tage bleiben darf. Macht auch überhaupt keinen Sinn, denn wie soll ich das Land verlassen, wenn ich keine Zeit mehr habe. Ich kann in Teheran nur sieben Tage extra beantragen, war eine weitere stupide Aussagen.

Nun bin ich am Samstag morgen wieder in der Station erschienen. Hier ein kleiner Guide wie man sein Visa verlängert:

Zuerst muss man in den fünften Stock rechts, zwei Männer erklären, dass man sein Visa verlängern will. Danach geben sie dir ein Papier. Anschliessend muss man zurück ins Ergeschoss, um erneut einem weiterem Mann zu erklären, wieso man sein Visa verlängern will. Dieser unteschreibt dieses Papier, weiter gehts mit einem Formular um die Daten einzutragen. Anschliessend muss man wieder in den fünften Stock links, zu einer Frau welche dir diese Sachen zusammen legt. Du solltest aber schon sicherlich Pass-, Visakopie und Foto dabei haben. Diese Frau gibt dir dann eine Rechnung welche du bei der nächsten Bank bezahlen musst. Danach musst du wieder in den fünften Stock links, zu einer anderen Frau welche dann die Rechnung zu deinem Dossier legt. Anschliessend darfst du gehen und wenn alles klapt dein Visa am nächsten Tag abholen kommen. Fünfter Stock links, zweite Dame welche dir dann Visa und Pass wieder zurück gibt. Ich weiss jetzt diesen Beschreib hier zu lesen macht alles einfacher, dass Dumme ist, du weisst es erst wie es funktioniert wenn du es gemacht hast. So läufst du noch ein paar mal mehr auf und ab, zu verschiedenen Menschen, welche irgendwie alle nicht so recht wissen wie es eigentlich funktioniert. Diese Visaverlängerung hat drei Tage gedaurt, vier Körperkontrollen am Eingang und einige Kalorien im Treppensteigen. Aber das gute ist, nun habe ich die Visaverlängerung für 30 Tage bis Ende Juli. Nicht das ich sie komplett brauchen werde aber sicher ist sicher. So fehlt mir nur noch ein Transitvisa für Turkmenistan und ich kann Teheran wieder verlassen.

Nach vier Tagen Hostfamile, wollte ich mal wieder weiter. Ein Host war auch schon gefunden und wir trafen uns vor seiner Haustür. Es stellte sich aber heraus, dass die Security mich nicht hinein lassen wollte, ohne einen Studentenbrief der Universität. Denn es war ein Studentenwohnheim. Und so wüde ich wohl nicht hier übernachten können, ganz ehrlich war ich irgendwie froh. Denn irgendwie hatte ich gar nicht so lust mich irgendwo wieder einzugliedern in ein neues System. So entschloss ich wieder mal in ein Hostel abzusteigen. Ein bisschen Wehmut hatte ich, denn seit Istanbul habe ich nicht mehr für eine Unterkuft bezahlt. Diese Serie wurde hiermit gebrochen.

Aber das schöne am Reisen besteht auch darin, Dinge zu erleben welche man sich am Morgen noch nicht vorstellen konnte. Im Hostel angekommen begutachtete schon nach kurzer Zeit ein Mann meine Gitarre und meinte das dies eine sehr schöne sei. Es stellte sich heraus das Rodrigez, ein Mexikaner, auch eine Gitarre dabei hatte und so fingen wir nach kurzer Zeit an zu Spielen. Wir haben eine schöne Sinergie und verwirklichen unsere musikalischen Ideen in Jazz und Blues. Seine stärke ist im Gitarre spielen und meine im Singen und Improvisieren. So können wir uns gegenseitig weiterhelfen.

Kurz bevor ich eigentlich schlafen gehen wollte, sah ich noch zwei Mädchen auf dem Balkon sitzen und fragte ob ich mich dazu setzen kann. Man sah beiden an, dass sie irgendwie nicht wirklich Lust darauf hatten. Und auch mir war nicht sicher ob ich hier überhaupt bleiben wollte. Trotz dieser doch nicht ganz angenehmer Situation entschloss ich mich für einige Minuten dazu zu setzen. Die beiden Spanierinne hatten keine gute Zeit im Iran erlebt, viele aufdringliche Männder, welche sie regelrecht belästigten mussten sie ertragen. Und so waren sie nicht gut zu sprechen auf das männliche Geschlecht. Da ich mir aber auch schon einige Gedanken zu diesem Thema gemacht hatte, konnte ich zumindest erahnen wie es sich anfühlen muss, als Frau in einem solchen Land zu sein. So ergab sich ein tiefes Gespräch über dieses ganze doch ziemlich traurige Thema. Der anfängliche Missmut war schon längst verflogen und unsere Themen breiteten sich aus über das ganze Leben. Mittlerweile war ich mit Mariem alleine und unser Thema wechselte auf verschiedene Tänze und die schönen Gefühle mit jemand dies zu teilen. Wie es kommen musste, lernte ich ihr in einem kleinen Crashkurs die wichtigsten Grundlagen und kurze Zeit später bewegten wir uns im Takt zur Musik in dem mittlerweilen Menschen leeren Innenhof. Eine Verbindung war geboren und wir wussten beide das wir dies am nächsten Tag wiederholen wollten.

Da ich mitterweile einen anderen Musiker kannte, nutze ich die Chance auf ein kleines Privat Konzert. Unser Tanz war sehr innig, alle hatten ihre Freude. Eine Dame meinte auf meine Nachfrage, dass sie gerade zwei Menschen beim Sex beobachtet hatte. Es ist ein schönes Gefühl, wenn sich zwei Menschen treffen welche keine Hemmungen haben, sich nahe zu kommen. Und auch wenn beide wissen, dass es nur ein Tanz ist und es keine Gefühle haben muss.

Aus Spass habe ich mir Tinder zugelegt, um ein bisschen in Kontakt zu kommen mit den gleichaltrigen Damenwelt. Denn im Iran gibt es nur zwei Möglichkeiten Leute zu treffen. Online Platformen, oder gewisse Strassen wo man sich trifft um Nummern auszutauschen. Da ich aber nicht aktiv viel Zeit verbringen wollte auf solchen Webseiten, hatte ich eine Fischer Startegie entwickelt. Du brauchst ein Boot und ein Netz. Das Boot sind einige gute Bilder von dir, welche zeigen das du Ausländer bist und mit dem Fahrrad reist. Danach musst du nur noch alle Damen Liken, also das Netz auswerfen und schauen was passiert. Grundsätzlich habe ich keine Erwartung wenn ich jemand treffe, ich denke es ist auch nicht fair genüber einer Frau, nur einer dieser vielen Idioten zu sein, welche es von Anfang an nur auf das Körperliche fixiert ist.

Nun hatte ich schon zwei Tinderdates. Das erste mal wurde ich mit dem Auto von zwei Iranerinnen abgeholt. Zusammen fuhren wir ein bisschen ausserhalb der Stadt zu einem Fluss. Es ist für beide Seiten sehr spannend zu sehen wie die jungen Menschen im jeweiligen Land leben und wie sich z.B. Mann und Frau kennen lernen können usw. Die Zeit verflog schnell und zum Schluss wurde ich noch zu einer Kunstgalerie eingeladen. Dies war mein erstets Mal wo ich mich aktiv mit Kunst auseinander gesetzt hatte. War irgendwie sogar noch spannend und interessant, verschieden Gemäldearten zu vergleichen. Auch war mein Besuch sehr wilkommen, alle hatten Freude mich zu sehen, denn durch mich wurde diese Galerie eine internationale Ausstellung.

Mein zweites Date verlief ähnlich, auch hier wurde ich mit dem Auto abgeholt. Und zusammen fuhren wir wirklich Planlos durch die Stadt. Wir waren sehr schnell eine Verbindung aufgebaut und amüsierten uns über die kleinsten Sachen. Zum Beispiel im Tunnel möglichst laut schreien, irgendwelche Tiergeräusche nachamen und möglich derbe Schimpfwörter in der jeweiligen Sprache lernen. Das Auto geparkt, schlenderten wir zu Fuss weiter, in die Richtung eines kleinen Parkes. Sie wollte mir einen traditionellen Iranischen tanz beibringen, welcher mich ziemlich herausforderte. Da es aber nicht erlaubt ist in Iran öffentlich zu tanzen, versteckten wir uns in kleinen Gassen wo wenig los war. Da sie sehr begeister war von meiner Geschichte, wollte ich ihr noch meine neuen Freude im Hostel zeigen, welche auch alle tolle Geschichten zu erzählen hatten. Und so war unser schöner Abend schnell wieder vorbei.

Als Spass schrieb ich ihr darauf, was den ihr Plan sei für den nächsten Tag und wann wir uns wieder sehen. Wer nicht wagt, gewinnt nicht 😉 Und da sie sogar Zeit hatte, verabredeten wir uns auf den Mittag zusammen in die Berge nördlich von Teheran zu fahren. Auf über 2500 Meter angekommen suchten wir uns ein schönes Plätzchen an einem Bergsee. Wir haben natürlich unsere volle Aufmerksamkeit, dem schönen blauen Seewasser gewidmet. Denn wieso sollte man auch so weit in die Wildniss fahren, wenn man nicht schönes Seewasser begutachten will. Ja oke, eventuell haben wir nach einiger Zeit unser gemeinsames Interesse vom Wasser abgewant. Hat schon jemand von euch eine Iranerin auf über 2500 Meter geküsst 😛

Es war ein schönes Erlebnis, denn da weit und breit niemand war, konnte sie sich wie eine normale Frau verhalten. Kopftuch und alle unnötigen aufgezwungenen Kleider ablegen, ihr Haar offen tragen und einfach frei sein. Schon traurig, dass dies hier nur so möglich ist. Wir haben es beide genossen Zärtlichkeiten auszutauschen. Diese Freiheit verschwand dann aber ziemlich schnell, als eine Familie am gleichen Ort auftauchte. Und sie merkte, dass ihr Halstuch und Kleid im Auto lag. Die gelassenheit war verschwunden und ich musste hochlaufen um diese zwei Kleidungsstücke für sie zu holen. Natürlich wäre es schön für meine Zeit im Iran sich noch ein paar Mal zu sehen. Es gibt aber nur zwei Möglichkeiten mit einer Iranerin im selbem Zimmer zu übernachten. Ich lasse mich zum Islam bekehren und kann sie dann anschliessend heiraten oder ich miete mir eine Wohnung über AirBnB usw. In einem Hotel dürfen wir nicht zusammen sein. Auch Zuhause wird es schwierig, da die meisten jungen Erwachsene noch bei ihren Eltern wohnen und die Famile einen grossen Druck auf die Kinder ausübt. Denn unabhängig ist man hier erst nach der Heirat. Es geht mir hier nicht um Sex, sondern einfach mit ihr eine schöne Zeit zu verbringen, sich zu Küssen und nahe zu sein. Ohne dafür jedes Mal eine kleine Weltreise zu machen.

Mein Turkmenistan-Visas ist mitlerweile angenommen worden und so wusste ich, dass meine Zeit in Teheran zu Ende gehen würde. Wir beschlossen noch ein letztes Date zusammen zu verbringen und entschieden uns, am Abend für die nahe gelegenen Berge, wo man ganz Teheran im Überblick hat. Mein Mexikanischer Freund war auch von der Partie mit einer Frau, welche viel Zeit im Hostel mit uns verbracht hatte. Das sich die beiden Mögen war mir schon nach einigen Tagen klar, so war es schön das sie auch mitkamen. Mein erstes Doppeldate in meinem Leben. Wir fanden einen unnbeobachteten Hügel und setzten uns hin und genossen unsere Zeit zusammen. Im wissen das dies wohl die letzte Begegnung in naher Zukunft oder für Immer sein würde. Als wir uns dann auf den Rückweg machten, fragte ich sie ob es denn oke währe Händchen zu halten. Denn in Teheran habe ich dies schon einige machen sehen. Sie meinte ja, muss wohl auch ein bisschen an der Offenheit dieser Stadt liegen. Es fühlte sich so schön an mit ihr durch diese Berührung verbunden zu sein. Das ist meine Frau und ich werde sie beschützen. Nun bin ich schon über 100 Tage unterwegs und kann ehrlich sagen, das ich den Kontakt zu Frauen schon abundzu vermisse. Die beiden andern, durch unsere Aktion inspiriert schlossen sich uns an. Ein schöner Nachtspaziergang, zurück zu ihrem Auto. Es war eine spezielle Stimmung, beide Pärchen waren miteinander Verbunden, die beiden auf dem Rücksitz schmiegten sich aneinander. Und ich legte meine Hand auf ihr Bein, hätte gerne die Plätze getauscht, aber war halt ihr Auto und sie war am Fahren. Da ich gerne mit Emotionen spiele, seien sie Positiv und Negativ, lies ich einige ruhige Songs im Radio laufen, denn dies war eine Abschiedsfahrt. Und als letzten Song Kiss and Say Goodbye, welcher die herschende Stimmung perfekt auf den Punkt brachte. Im nachhinein habe ich noch erfahren, dass sich die Beiden auf dem Rücksitz zu diesem Song das erste Mal geküsst hatten.

Gitarren Liebe.

17 Fahrräder im meinem Hostel.

Dampfnudel koche im Hostel.

Der Weg war zerstört durch ein Erdrutsch. Ich konnte aber auf den Skilift ausweichen.

Erste Platte nach über drei Monaten.

Meine Geschichten auf dem Weg zu Mashhad kannst du beim nächsten Mal lesen.

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