Europa unsere Zeit geht zu Ende…

Thessaloniki (Griechenland) – Irgendwo in Griechenland

100 Kilometer bis nach Thessaloniki. Das war wohl einer meiner herrausfordesten Tage. Nicht sicher ob das Morgenessen in meinem Magen bleiben würde, machte ich mich auf den Weg. Nach 30 Kilometer fühlte ich mich schlapp und wenn ich kein Ziel vor Augen gehabt hätte, wäre dies wohl ein kurzer Tag geworden. Aber wie ich schon im Militär gelernt hatte, zählt der Wille mehr als der Körper. Und so wurden die Kilometer angegangen. Thessa kam immer näher und plötzlich war ich wieder am Meer. Da mir mein Host geschrieben hatte, ich solle ihn bei einer Bar treffen und das er spät nachhause gehen würde, überlegte ich mir ein Hostel zu nehmen.Beim Hostel angekommen, waren aber alle Betten belegt. Immerhin waren viele Leute draussen um sich zu unterhalten und Musik zu machen. Und so blieb ich bis tief in die Nacht dort. (Tief in die Nacht heisst 23:00. Normalerweise liege ich um 20:00 Uhr im Bett und schlafe eine Stund später)

Nun war es aber wirklich Zeit mal meinen Host zu finden und hoffentlich schon bald ein warmes Bett. Und so schlenderten ich mit ein paar Hostelgästen zusammen durch die Stadt. Wir kamen bei der abgemachten Bar an. Da war weit und breit kein Host zu sehen. Doch plötzlich schiebte da Jemand mein Fahrrad auf und ab. Es war Dimitir, der sich als Christos Mitbewohner herrausstellte und auch Christos war einige Minuten später da und schüttelte mir die Hand. Zum Glück war Dimitri nicht so ein Nachtvogel wie Christos und so musste ich nicht allzulange warten bis wir zu der Wohnung aufbrachen. Dimitri führte mich durch das nächtliche Thessaloniki. Rote Ampeln sind für Radfahrer nicht so wichtig, sicher führte er mich durch das Strassenwirrwar. Jedes mal wo ich zögerte sagte er: Komm. Denn er kannte die Schaltfrequenzen auswendig.

Und so standen wir vor seiner Wohunng. Im zweiten Stock sei sie. Das geht ja noch, denn für die Strecke welche ich mit Fahrrad in einmal zurücklege, brauche ich zu Fuss drei Mal. Und so stand ich um 01:00 Uhr in einer fremden Wohung. Respektive meine Wohung, denn unser Kühlschrank ist dein Kühlschrank, sagte Dimitri. Drückte mir den Ersatzschlüssel in die Hand und nannte mir das Wifi Passwort. Was braucht man mehr, um sich Zuhause zufühlen. Nun konnte ich auch meine langersehnte Dusche nehmen und danach nur noch schlafen.Wie ein Ruhetag auf meiner Reise sich verhält, wisst ihr ja schon. Entspannen und ja nicht zu viel Bewegung. Da ich aber Ivos Tastatur vermisste machte ich mich am Nachmittag auf, selber eine zu finden. Denn Thessaloniki ist ja gross, da wird sich schon etwas gescheites finden lassen. Leider nein, nach drei Stunden Suche war ich nicht fündig geworden. Nur übertieben grosse oder viel zu kleine gab es hier. Und da ich diese Tastatur ja wohl bis nach China oder weiter schleppen werde, sollte es schon das richtige sein. Denn ich habe mittlerweile, Freude daran gefunde das Erlebte detailiert hier wiederzugeben. Für euch und mich.

Um 16:00 Uhr traff ich dann noch Michu und Lea, zwei Tänzerfreunde aus Bern, welche zurzeit gerade Ferien in Griechenland machten. Diese Chance wieder mal Schweizerdeutsch zu plappern und ein paar bekannte Gesichter zu sehen, liess ich mir nicht entgehen.

Geito, mein ehemaliger Weggefährte, schrieb mir einen Tag vorher das ein weiterer Reisender in Thesaloniki ankommen würde. Und dank der Freundlichkeit von Christos konnte auch er bei uns übernachten. Ich wollte Oliver um 18:00 Uhr bei der Wohnung treffen. Schon interessant wie die Leute hier ticken. Da wird einfach mal zugestummen, dass noch ein weiterer fremder Reisender in einer Wohnung übernachten darf. Und ich als Gast öffne ihm die Tür und wir stehen alleine in der Wohnung. Was für ein Vertrauen. Eigentlich gibt es kein Bett mehr, aber Oli schläft nun am Boden zwischen mir und Chirstos. Oli wird den Host erst am nächsten morgen sehen.

Christos kennt sich gut aus in der Ausgangsszene und erzählt mir von einem Swingevent, welches heute statt finden wird. Da bin ich natürlich sofor Feuer und Flamme, denn das letzte mal getanzt habe ich in Innsbruck. Schon einige Wochnen her. Oli wollte auch mitkommen zum tanzen und so machten wir uns auf gegen 22:00 das Lokal zu finden. Leider sind die Ortsangaben hier nicht so genau und am markierten Punkt, war nur ein verlassener Hinterhof. Hier kann es sicher nicht sein. Oder ist einfach noch nichts los? Das kann ja auch nicht sein. Also gingen wir weiter die Strasse entlang. Meine Idee war es in einem Kaffee nach Internet zu fragen, um nochmals den Standort zu kontrollieren. Gesagt getan. Da stand ich nun in einem Kaffee und wartete darauf, dass die Frau hinter dem Tresen das Passwort für das Wlan eingab. Ich schaute mich um und entdeckte einige Reien Computer im hinteren Teil des Raumes. Ich kannte solche Räume, es gibt diese zu Hauf in den Korea und China usw. Aber doch nicht hier in Thessaloniki? Ohne es zu wissen sind wir in eine Gamerbar gelandet. Hier kann man sich Computer mieten auf Stundenbasis. Ich rief Oli und zeigte ihm meine Entdeckung. Nach meiner Erklärung das ich doch gerne hier einige Stunden verweilen würde, erzählte er mir das auch er früher viel am Computer gesessen hatte. Aufgeregt wie kleine Kinder, vor den Weihnachtsgeschenken, wollten wir uns zwei Plätze beschaffen. Nur 1.90 Euro pro Stunde kostet einen Platz. Das ist ja fast geschenkt und so setzten wir uns und zockten. Es war schön nach 1.5 Monaten Pause wieder mal ein bisschen vor dem PC zu sitzen. Leider waren die Einstellungen ungewohnt und so war das Spielen selbst, nicht so fest euphorisch wie die ganze Aktion.Nach ca. zwei Stunden machten wir uns dann trozdem noch auf, die Party zu finden. Beim zweiten Versuch, hatten wir mehr Glück. Da war sie also: Die lang ersehnte Lindy-Party. Nach solanger Zeit war ich sogar am Anfang wieder ein bisschen nervös Damen zum tanz aufzufordern. Dies legte sich aber schnell wieder. Es tat gut wieder einmal zu tanzen. Ich hatte meine Freude. Der Kontakt zu der gleichaltrigen Damenwelt war mit in der letzten Zeit verwehrt geblieben, nur meistens ältere Männer sind meine Bekantschaften gewesen. Ich frage mich sowieso, wo sich die Frauen durch den Tag verstecken. Man sieht nur die Männer draussen unterwegs. Die Zeit verflog schnell und schon was es nach 03:00 der Raum war noch gefüllt und die Musik passte mir gut. Aber mit jedem weiteren Blick zu Oli wurde mir klar das dieser Abend wohl nicht mehr solange gehen würde, er hatte sich unterdessen auf einem Stuhl gemütlich gemacht und fing langsam an einzuschlafen. Leider hatten wir auch nur einen Schlüssel für die Wohnung und so erbarmte ich mich dann trotzdem, zwar für mich noch zu früh, mit ihm nach Hause zu gehen.

Thessaloniki hatte unseren Rithmus durcheinander gebracht, normalerweise stehen wir um zwischen sieben und acht am morgen auf. Heute war es schon Mittag als wir uns in die Küche begabten um uns Frühstück zu machen. Oli zeigte mir Poridge. Einen Brei aus Haferflocken mit Milch und Zucker oder Honig. Eine wilkommene Abwechslung zu den Cornflakes welche ich sonst jeden Morgen ass. Wir überlegten uns ob wir heute noch Thesa verlassen wollten. oder lieber noch einen Tag gemütlich hier verbringen. Da ich mir ja gesagt hatte, genau das zu tun was ich in dem Moment wollte entschied ich mich noch einen Tag zu bleiben. Es war einfach zu gemütlich hier und die Aussicht wieder im Sattel zu sitzen mundete mir nicht. Auch konnte man das Angebot von Chritos, solange zu bleiben wie wir wollten, ja nicht einfach so ungenutz lassen. Und so nutze ich den Tag um nochmals zu entspannen.

Mein Plan war es nochmals in diesen wunderschönen Gamingraum zu gehen, so eine Chance hat man schliesslich nicht jeden Tag, diesmal um das Ganze aber noch besser zu machen organisierte ich noch Philipp, einen guten Spielekumpane. Und so konnte ich nochmals einige Stunden in einer alten Welt versinken. Ich habe natürlich nicht nur gespielt Kinder. Nein nein! Wenn man mal schon wieder eine Tastatur vor sich hat, muss man auch an seinem Blog schreiben. Denn mit Tastatur fühlt sich das einfach besser an. Die Texte sind präziser, geschmeidiger und eventuell auch ein bisschen Fehler armer. Obwohl ich bei meiner Rechtschreibung da nicht so sicher bin.

Um die Ausgaben des Tages aber im übersichtlichen Ramen zu halten, wollte ich mir die Kosten des Computerraumes vorher im Hafen von Thessa noch ersingen, ich denke das habe ich geschaft, aber die Leute waren nicht so spendabel wie noch in Dubrovnik.

Am Abend war ich müde, Christos hatte uns zwar mehrere Möglichkeiten gezeigt, wie wir das Nachtleben geniessen könnten, dass war aber für mich nichts. Ich entspannte mich und schrieb noch mehr an meinem Blog, denn Dimitri hatte mir seinen Laptop ausgelehnt und so kam ich gut voran.

Am nächsten morgen war es dann aber wirklich Zeit. Zwar fühlte ich mich als könnte ich ohne Probleme noch einen weiteren Tag hier bleiben, aber das war ja nun nicht der Sinn der Sache. Und auch Oli zog es wieder auf die Strasse. Und so verabschiedeten wir uns von unseren netten Gastgeber und zogen los auf neue Abendteuer.

Um eine grosse Stadt zu verlassen, braucht es schon bisschen mehr Nerven. Viele kleine Strassen und dazu meistens voll mit Verkehr. Autos die das Gefühl haben, sie seien die wichtigsten und dieses Rollerfahrer welche Grundsätzlich keinen Fi** auf alle Regeln geben. Und so vergehen schon mal ein paar Stunden bis man wieder drausen ist. Ich denke beim herein fahren, fällt es nicht so auf, da man ja meistens Euphorisch ist einen neunen Ort zu sehen. Um hier den Kommentar meines grossen Bruders schonmal vorzubeugen: Ja Joel ich weiss Thessaloniki ist nicht gross und ich soll erst mal auf Istanbul warten….. Bla Bla Bla…. Es geht ja hier auch darum meinen Momentanen Gedanken niederzuschreiben. Und nicht zu vergleichen mit grösserem was noch kommen wird.Dreispurige Autobahn, kein Problem.Meine Luftmatraze verliert Luft, hat aber kein Loch, wie dieser Seetest ergeben hat, ich muss mir da noch was überlegen. Ich werde sie wohl austauschen in Istanbul.Hunde verteibt man am besten mit Steinen, die Tiere wissen das nun die Zeit ist zu gehen.Da ist wohl etwas schief gegangen?Wenn sich die Möglichkeit ergiebt, eine tolle Art vorwärts zu kommen.Ich bin nun unter die Tierschützer gegangen, regelmässig findet man die Tiere, welche gerade die Strasse überqueren wollen. Leider sieht man sie auch flach gequetscht. Und so rette ich sie wenn ich kann.Da gibt es nicht mehr viel Hund.

Mit Oli zu reisen war sehr angenehm, er ist zwar auch schneller als ich, aber er hat mir nicht das Gefühl gegeben ihn aufzuhalten. Wir haben viel gelacht, wohl soviel wie noch nie auf dieser Reise in so einer kurzen Zeit. Ebenfalls war die Zeit mit ihm die wohl kulinarische beste bis jetzt. Wir haben sehr gut gegessen. Drei Tage keine Pasta, ist schon etwas, was man erwähnen darf. Wir haben uns an Fondue probiert, was dann aber für die Einfachheit ausgehöltes Brot mit Käsefüllung wurde. Es gab das erste Mal Fachitas. Das werde ich wieder machen, braucht einfach ein bisschen viel Zeit. Ist dafür aber umso besser. Und als Höhepunkt gab es am letzten Abend Schlangenbrot mit Maiskolben und im Feuer gegarte Kartoffeln. Mein erstes Feuer auf dieser Reise.

Drei schöne Tage, mir war ein bisschen Wehmütig als ich ihn dann wieder gehen lassen musste, denn er wollte eine Woche früher in Istanbul sein als ich. Und da ich bereits meinen Host und Tickets für ein Lindyfestival organisiert hatte anfangs Mai, wollte ich nicht zu schnell dort sein. Denn dann währe mir sicher bald mal Langweilig.Kennt ihr noch das Spiel: Ich packe in meinen Sack:Eine Musikbox, zwei Schuhe, Seewasser, Condenz Milch, Seraina, eine Bibel, ein Kissen, ein Foto Olivers Fasmilie, eine Moonblume, der Mond, ein Stück Strasse, ein netten Autostöpler, ein Auto, zwei Unterhosen und einen Bär.

Ein tolles Spiel für unterwegs, besonders wenn man sich noch gute Geschichten dazu ausdenkt. Hei Oli, ich war ja schon ein paar mal in Ägypten. Und dort gibt es solche Märkte, dort findest du wirklich alles. Hühner, alle Früchte die du kennst und manchmal wenn du ganz gut schaust, findest du sogar Läden die verkaufen was ganz Besonderes. Nämlich Rucksäcke welche Platz haben für: Eine Musikbox, zwei Schuhe…… usw.

Sehr amüsant, ich denke es kommt so geschrieben wohl nicht so rüber, aber glaubt es mir, es war lustig. Ich erwarte von euch ein paar gute Geschichten mit diesen Gegenständen. Ihr könnt sie ja in die Kommentare schreiben, die beste gewinnt etwas, ich überlege mir noch was es sein wird.Und so war ich dann wieder alleine. Es ist schön wenn aus Einsamkeit alleine sein wird. Alleine sein ist ein gutes Gefühl, wenn man es geniessen kann. Und so fahre ich meinen Weg offen für neue Begegnugen.Ein netter Hund?

Nun habe ich auch meine Tastatur gefunden, in einem kleinen Dorf gab es doch tatsächlich einen Elektroshop. Welche Bluethoottastaturen mit deutschem Layout verkaufte. Ich bin erstaunt. Es war genau das was ich gesucht hatte, sie war zwar auch Deutsch teuer für die Region, dass war mir aber egal. Ich werde sie schliesslich ja lange benutzen, wenn sie nicht vorher kaput geht. Was wir ja nicht hoffen.

Kennt ihr das? Diese Tage wo nichts passiert. Du stehst auf, gehts arbeiten, kommst nach Hause und geniesst deinen Abend. Und wenn du zurück schaust war es ein ganz normaler Tag. Diese Tage habe ich auch manchmal. Wenn das Highlite des Tages ist, dass du von einem Vogel angekackt wurdest, war wohl wirklich nichts nenneswertes passiert. Solche Tage sind aber auch gut, denn sie lassen meinen Geist entspannen. Jeden Tag ein Feuerwerk zu sehen, lässt die Farben verblassen. Das mit dem Vogel ist aber nicht so schlimm, ich habe sowieso schon solange nicht mehr richtig geduscht, da spielt es auch nicht mehr so eine grosse Rolle. Abunzu bade ich mich in einem Fluss oder See, ich fühle mich danach sauberer als vorher 🙂SBB?Mein Schreibtisch.Deswegen mag ich Katzen mehr, sie sind entspannt.Brauche ich eine zweite?Ein Teaser für den nächsten Blog. 🙂

2 Kommentare zu „Europa unsere Zeit geht zu Ende…

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