Es gibt viel zu erzählen, aber wenig Zeit zum schreiben.

Irgendwo in Albanien – Thessaloniki (Griechenland)

Was ich provizeit hatte, ist eingetroffen. Am Nachmittag kamen tatsächlich Reisende auf dem Campingplatz an. Nur waren Elias und Heidi nicht mit den Fahrräder unterwegs, sondern mit dem Camper. Die Beiden geniessen es in der Nebensaison auf vier Räder unterwegs zu sein. Nach einem kurzen Plaudern stand das gemeinsame Nachtessen fest. Rentnerpärchen geben meisten die besten Gespräche her. Denn sie reisen meistens ohne Kinder, respektive die Kinder sind schon zu alt, dazu haben sie viele Geschichten zu erzählen und freuen sich ab jungem Besuch. So vergehen schnell mal ein paar Stunden.

Nach diesem angenehmen Nachtessen hiess es dann noch arbeiten. Durch die Hilfe von Seraina, lerne ich wie ich meine Überziehschuhe zu reparieren habe. An alle Singel Frauen da draussen, ich kann jetzt nähen! Somit bin ich nun Heiratsmaterial, bei Interesse könnt ihr euch bei mir melden. 078 96. .. .. Oder lieber per Mail 😉 michaistmalweitweg@gmail.com

Nach dieser Nähhochleistung hatte ich mir einen langen tiefen Schlaf verdient. Leider hatte die Hähne der Stadt eine andere Idee, mitten in der Nacht wurde eine Koferenz abgehalten. In regelmässigen Abständen wurden die Informationen nach links und rechts weitergegeben. Richtig nerfig. Schlafen war da eher schwierig. Dieses krähen klang manchmal so als würden sie gerade erwürgt werden. Können Hähne kiestern werden?

Albanien ist das erste Land wo ich regelmässig Hirte gesehen hatte. Die Männer und Frauen stehen am Strassenrand und bewachen eine handvoll Ziegen, Kühe oder Schafe. Es sind nie grosse Herden. Ich frage mich ob sie davon Leben können, denn wenn ich es damit vergleiche, was ich von der Schweiz kenne, scheint es mir zuwenig.

Soviele Mercedes habe ich noch nie gesehen. Gefühlt ist jedes zweite Autos eine alte Mercedeslimusine. Aber auch einige brandneue Autos sind zu sehen. Diese Marke muss wohl ein gewissen Kult haben hier.

Viele freundliche Menschen. Winken und Hupen ist zum Alltag geworden. Und auch die Kinder fangen langsam an neugieriger zu werden. An das „Hello my friend, where are you from“ muss ich mich noch gewöhnen.

Bis jetzt hatte Albanien die rücksichtsvollsten Autofahrer. Grundsätzlich immer genug Abstand, beim Überholen, bin ich mir nicht gewöhnt. Die Autos warten regelmässig hinter mir um den gegenkommenden Verkehr abzuwarten. Wirklich toll. Selbst in der Schweiz fahren die Leute agressiver.

Wunderschöner Weg entlang des Flusses. Wenig Verkehr.
Diese Bilder sieht man oft, Müll am Strassenrand.
Fährt hier echt noch ein Bus?
Was für ein tolles Foto. Dieser Lastwagenfaher war sehr nett. Bei einer engen Passage lies er mir sogar den Vortritt.

Nach einem langen regnerischen Tag war ich auf der Suche nach einem geeigneten Schlafplatz. Leider war das Gelände wirklich nicht geeignet dafür und mir blieb nur die Möglichkeit nahe der Strasse, im Feld ziemlich offen, mein Zelt aufzustellen. Hoffentlich werde ich in Ruhe gelassen. Es vergiengen vieleicht zehn Minuten nach dem das Zelt stand und da sah ich schon einen Mann den Hang herunter laufen. Das ging ja schnell! Nun blieb mir also nur übrig, nach der Erlaubniss zu fragen und zu hoffen, dass ich nicht weggeschickt werde. Glücklicherweise war ziemlich schnell klar, dass es kein Problem sei das ich bleibe. Der Mann konnte kein Wort englisch und wir mussten uns mit Zeichensprache unterhalten. Er hatte viel zu fragen und mir blieb nur zu erraten was er denn meinen könnte. In solchen Fällen zeige ich meine Karte wo man sehen kann welche Route ich schon gefahren bin und nenne die nächsten grösseren Städte welche ich geplant hatte. Die meisten machen dann grosse Augen und wiederholen die Namen, welche ich genannt hatte.

Nach ein paar Minuten ist er wieder den Berg hochgestapft. Und ich konnte weiter mein Zelt einrichten, warmes Essen fällt heute aus, denn es hatte wieder in Strömen zu regenen begonnen. Kochen bei solchen Bedingungen nerft. Und da esse ich lieber kalt, wenn ich es einrichten kann.

Plötzlich hörte ich Stimmen, als ich das Zelt aufmachte um nachzusehen. Stand da der Mann mit seiner Tochter. Die Tochter konnte ein kleines bisschen Englisch und sie gaben mit zu verstehen, dass ich doch zu ihnen hochkommen soll zum übernachten. Eigentlich hatte ich nicht wirklich Lust, denn das aufgebaute Lager abzubrechen dauert seine 20 Minuten und im strömenden Regen, wird es nicht einfacher und lustiger. Die Aussicht auf vielecht etwas Essen und die Möglichkeit meine Sachen zu trocknen, liessen micht dann aber trotzdem meine Sachen zusammenpacken.

Gastgeberfamilie. Im Hintergrund siehst du meine Kleider.
Hier wird noch mit Feuer gekocht, der Herd dient auch gerade noch als Heizung für die Wohung.

Und so landete ich in einem kleinen Haus bei einer Familie in Albanien. Ich gab ihnen zu verstehen, dass ich meine Sachen trocknen wollte und spannte eine meiner Leinen durch das Wohnzimmer. Und konnte so alle meine Sachen aufhenken. Als ich meine eigenen Wäscheklammern hervorholte musste die Frau lachen, sie war wohl über meine Organisation überrascht. Was machst du nun? Du sitzt bei einer Familie und das einzige was ihr machen könnt ist euch anlachen. Denn niemand spricht die gleiche Sprache. Man kann nur vermuten was das gegenüber gerade sagen will. Ich spiele ein bisschen Gitarre. Der Mann holte seine eigene wohl tradizionelle Gitarre hervor. Sie hatte nur zwei Saiten. Die Instrumente werden getauscht und es wird versucht die gleichen Klänge hervorzubringen wie das Gegenüber einige Sekunden vorher vorgezeigt hat. Der Erfolg blieb auf beiden Seiten aus. Aber Freude war da. Denn Musik verbindet, auch ohne Worte.

Mir wurde ein Handy in die Hand gedrückt, am anderen Ende war ein Bruder, welcher ein bisschen Englisch konnte. So konnten wir zusammen kommunizieren. Er fragte mich ob ich hungrig sei und zu Etwas essen sagt man ja nicht nein.

Das mit dem Essen ist so eine Sache für sich, man weisst ja nicht was dir dann aufgetischt wird. Auch weiss man nicht wie hygienisch die ganze Geschichte ist. Gerade eine Magenverstimmung hinter mir, war ich eher vorsichtig, was das Kosten der Speisen anbelangte. Ich beschränkte mich auf die Pasta, probierte ein bisschen von dem Quark, oder was auch immer es war. Das Motto: Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht wurde hier angewendet. Bin ich nun unhöflich, wenn ich nicht alles probiere? Ich weiss es nicht. Als ich mein Kopfkissen und Luftmatraze anfieng aufzublasen, kam das Nächste. Ich könne auf dem Sofa schlafen. Ist den mein Schlafsack wirklich genug warm? Und die Matraze genug bequem? Wie willst du jemandem ohne Worte erklären, dass du dein Bett welches du täglich brauchts dabei hast? Und du dir es gewöhnt bist auf dem Boden zu schlafen. Und ich persönlich schlafe lieber mit meinen Sachen, als auf irgendeinem Sofa mit irgendeiner Decke.

Es ist erstaundlich, dass man nicht weit in den Osten gehen muss um zu sehen, dass Frauen eine untergeordnete Rolle in der Familie haben. Während der Mann nichts tut, kümmert sich die Frau um alles. Essen wir gekocht, Kaffe gebrüht und selbst das Bett wird für den Mann zubereitet. Ich persönlich würde mich nicht wohl fühlen, wenn jemand alles für mich erledigt. Es fühlt sich an als würde ich jemand ausnutzen über längere Zeit. Hier in Albanien scheint das aber normal zu sein?

Mit Händen und Füssen gab man mir zu verstehen, dass der Weg welcher ich am nächsten Tag nehmen wollte, nur zu einem gewissen Teil asphaltiert sein würde. Rückblickend betrachtet war das wieder einer diesere Tage, welche wohl so nicht passiert währen, wenn ich gewüsst hätte was da auf mich zukommen würde. Ich denke aber die meisten spannenden Geschichten sind nicht umbedingt lustig wenn man sie erlebt, aber umsobesser im nachhinein zu erzählen.

So verliess ich also guter Dinge schon früh am morgen die albanische Familie. Erst ein paar Minuten auf der Strasse began es zu Regen. Regen verträgt sich nicht gut mit berghochfahren. Denn durch die Regenkleider beginnt man nur noch mehr zu schwitzen. Und alle die mich kennen, wissen ich habe wohl eine überdurchschnittliche gute Schweissproduktion. Schlussendlich bin ich aber lieber verschwitzt, als vom Regen durchnässt.

Es war ein wunderschöner Anstieg, das Panorama gefiel mir sehr. Eine sehr einsame gegend, mit wenig Häusern und vielen kleinen Hügeln. Zum Glück hat auch der Regen nach einer gewissen Zeit wieder nachgelassen.

Nun war es soweit, die Strasse wechselte von Asphalt zu Sand. Meine Karte betrachtend, bemerkte ich das noch 2/3 der Steigung und Weg vor mir liegen würden. Aber der Wille ist manchmal grösser als die Vernuft. Und so wurde die Herausvorderung angenommen. Ich habe ja schliesslich auch schon Schneeberge bezwungen, was kann da ein bisschen Sand und Stein schon dagegen aussrichten.

Meine Reifen sind nicht ganz optimal für solches Terrain, aber meistens geht es. Abundzu drehen die Reifen durch wenn ich schlammige Passagen bewältigen muss, aber meisten behalten sie den nötigen Gripp. Selbst wenn ich nicht mehr ganz daran Glaube, dass ich diese Strecke bewältigen kann. Und so kämpfe ich mich den Berg hoch. Es sollten fünf Stunden werden, für ca. 15 Kilometer.

Das ich mein Fahrrad schieben kann, wisst ihr ja schon.

Der Nebel kroch langsam den Berg hinauf und es begann wieder fein zu Regnen, wer Harry Potter kennt würde mir zustimmen das hier sicher Dementoren unterwegs seien. Alles wurde grau um mich. Ich, hier, ganz alleine auf irgendeiner Strasse, mitten im Nirgendwo. Seit dem ich den Sandigen Teil erreichte, hatte ich keinen einzelnen Mensch mehr gesehen. Es war schon ziemlich eindrücklich diese Stimmung. Seitdem ich mit dem Fahrrad reise, nehme ich das Wetter viel mehr war als früher. Riesege Wolken, Nebel, Regen und Sonne sind etwas sehr eindrückliches wenn man die Zeit hat, es zu betrachten.

Nebel sieht auf Bildern nicht so gut aus.

Und plötzlich bewegt sich da was vor mir im Nebel, ein Mensch, ein Tier? Und auf was ich nun wirklich keine Lust hatte traf ein. Drei grosse wilde Hunde standen auf meinem Weg. Es führte kein Weg an ihnen vorbei. Die bemerkten mich und rannten bellend los. Ich wurde nervös, die Halterung meines Stockes klemmte, sie würden mich zuerst erreichen, wenn ich nicht schnell genug bin. Und an einem Hundebiss im nirgendwo, hatte in kein Interesse. Glücklicherweise blieben sie stehen und ich hatte genug Zeit meinen Stock zu lösen. Wie ich zu handlen habe, ist mitlerweile Routine geworden. Ich halte den Stock in die Höhe und beginne zu schreien und brüllen. Somit will ich erreichen das die Hunde verstehen, dass mit mir nicht zu Spassen sei. Ich mache ihnen klar, dass wenn sie mir zu nahe kommen, sie das nicht überleben würden.

Randnotiz: Ich weiss nicht ob ich einen Hund mit meinem Speer töten könnte, falls es möglich wäre würde ich es im Ernstfall aber sicher tun. Ich bin mir sogar am überlegen, ein Adapter zu basteln, wo ich mein Messer an den Speer klemmen kann. Denn bei mir löst das Thema Hund mittlerweile ziemlich viel Wut aus. Diese Bestien auf vier Beinen sind so agressiv gegenüber mir, egal wo ich hingehe. Ständig dieses bellen und wilde herumspringen und mir nachrennen. Es ist nervtötend. In Griechenland gibt es sogar regelmässig wilde Hunderudel. Ich hasse diese Köter! Ich sehne mir schon fast auf den ersten Moment, wo mir so ein Tier zunahe kommt, meisten halten sie einen Meter abstand, denn dann werde ich es zusammenprügeln bis es winselt. Auch das ist nur eine Vorstellung von mir, aber sie gefällt mir, kein Plan ob das jemals so passieren wird. Randnotiz zu ende.

Und nachdem ich mich akustisch bemerkbar gemacht habe, laufe ich zielstrebig auf die Hunde los. Denn Angst zu zeigen ist hier sicher die falsche Lösung. Zum Glück waren die Hund nicht auf Konfrontation aus, denn sie verschwanden im Abhang neben der Strasse und so konnte ich den Weg vorsetzen. Mitlerweile regnet es in strömen, ich habe keine Lust mehr, aber da tauchen doch tatsächlich ein paar Häuser im Nebel auf. In einem alten Sägewerk, konnte ich mich vor dem Regen schützen. Und warten, bis sich der Regen verziehen würde. Es war sehr schön anzusehen, wie sich die Regenwolken langsam verschoben. Und plötzlich war da blauer Himmel. Als währe nichts gewesen. Und so konnte ich meinen Unterstand verlassen und weiter fahren. Die gleichen Strassenverhältnisse waren dann auch bei der Abfahrt vorzufinden. Das ist nicht wirklich angenehm. Dafür hätte ich lieber ein Mountainbike. Aber ja da musste ich durch. Wenn man gleich schnell hochfährt wie runter sagt das zwei Dinge über die Strasse aus: Sie ist sehr steil und sehr schlecht.

Ein weiteres Problem an Bildern ist, dass man Regen auch nicht wirklich erkennen kann.
Das Wasser war sicher Knietief. Solche Stellen werden mit einem Steinwurf getestet, denn in der Pfütze umfallen telle ich mir nicht so lustig vor. Und so muss man halt in seiner Weggestalung kreativ werden.

Ich war wirklich erschöpft von diesem Tag und als mir ein Mann erklärte, dass diese Strasse noch weiter 30 Kilometer diesen Zustand haben würde, war ich nicht wirklich begeistert davon. Glücklicherweise fuhr der selbe Mann dann aber auch mit seinem Auto in die nächste grössere Stadt und so fragte ich ihn ob ich mitfahren könnte. Kein Problem steig ein,sagte er. Ich weiss nicht was ich erwartet hatte, aber diese Strasse mit dem Auto zu fahen war irgendwie nicht besser. Es gibt schöneres als eine Stunde lang durchgeschüttelt zu werden. Aber immerhin war es doch schneller.

Als wir dann in der Stadt agekommen waren, wollte ich mich bedanken und bin ausgestiegen. Da sagte aber der Mann er wolle 40 haben. 40 was? 40 Leke? Toll das ist ja sozusagen geschenkt! Ah was 40 Euro? Jetzt spinnt er wohl? War aber sein voller ernst. Ich sagte ihm, dass er seinen absurden Preis vergessen könne und war nicht bereit mehr als 10 Euro für die Fahrt zu geben. Nach langem hinundher, musste er feststellen das wenn er überhaupt Geld sehen wollte, er sich mit den 10 Euro begnügen müsste. Ich denke es war wohl immer noch doppelt soviel als ein einheimischer Fahrgast bezahlen würde. Aber ja was auch immer. Ich war ziemlich generft, denn so wie er sich verhalten hatte, habe ich verstanden das er mich gratis fahren würde. Dieses Problem kommt öfters vor, wenn mir Jemand Etwas anbietet und ich nicht weiss, ob ich gerade eingeladen werde, oder am Schluss bezahlen muss. Ich glaube ich sollte da manchmal wenn ich unssicher bin, meinen Schweizer Scham ablegen und einfach fragen: Lädst du mich gerade ein? Denn ich habe kein Problem damit eingeladen zu werden, dazu sage ich nicht nein. Aber jeden Tag irgendwo einen Kaffee zu trinken und diesen zu bezahlen habe ich auch keine Lust, dafür ist es mir zu wenig wichtig.

Manchmal ist es schwierig einen guten Schlafplatz zu finden, für mich ist ein guter Schlafplatz ein Ort wo ich mich frei bewegen kann und das Risiko von irgendwelchen Leuten gesehen zu werden, sehr klein ist. Also einfach meine Ruhe habe. Da dies aber nicht immer möglich ist, bleibt auch manchmal nur zu hoffen. Das Niemand auf dumme Ideen kommen könnte. Dafür gibt es zum Beispiel den Trick das Zelt erst in der Dämmerung aufzustellen, da fällt es nicht mehr so auf. In einer Nacht in Mazedonien hatte ich mal wieder das Problem, dass es keinen optimalen Platz geben würde. Ich folgte einem Stauseeufer, welches links und rechts der Strasse nur spärliche Möglichkeiten hergab. In dieser Nacht wurde ich aber nicht von Menschen entdeckt, sondern ein kleiner magerer Hund hat mein Essen gerochen. Das leise Winseln, war schon länger zu hören. Wie er hier wohl gelanden ist? Er gehört zumindest nicht hier her. Solche Situationen machen mich ein bisschen traurig, diesen verwarlosten Hundwelpen zu sehen. Aber leider konnte ich ihm auch nicht helfen. Am nächsten Tag fand ich ihn zusammengekauert auf einem Müllberg. Das ich einen Meter neben ihm stand, hatte ihn nicht interessiert. Einige Kilometer später, sah ich eine Hündin, welche wohl vor nicht so langer Zeit Welpen geboren hatte. Vieleicht war es die Mutter und gerade auf der Suche nach dem Kleinen.

Armes Hundi.

Wieder konnte ich die Positiven Seiten des alleine reisens auskosten. Ich hatte an diesem Tag keine Lust mehr, weit zu fahren und wollte am Abend noch ein Spiel im Internet schauen. Und so entschloss ich nach 20 Kilometer das es für heute genug sei und suchte mir ein schönen Camping am Ohridsee. Ich konnte den halben Tag in die Wartung meines Fahrrades investieren und einige Sachen erledigen, welche ich schon länger machen wollte. Am Abend sah ich durch das Wohnmobilfenster, das da gerade ein Herr am Gitarre spielen war. Und da war klar, dass ich mich dort dazugesellen sollte. Er meinte zwar das sein Können noch nicht wirklich ausgreift sei, aber wir konnten schon nach kurzer Zeit unser erstes Bluesstück spielen.

Ein schöner Markt.
Nun da ich mittlerweile ungefähr weiss, was ich machen muss, kann Fahrradwarten sogar entspannend sein.

Wie ich das so schreibe, erinnere ich mich gerade zurück an die Tage der Vorbereitung, als ich mit meinem Fahrradguru, die letzen Detail besprach und er mir eine möglichst Gewicht sparende Lösung präsentierte und mir zu verstehen gab, das man jedes zusätzliches Kilo spüren würde. Ich sagte ihm, Gewicht spielt mir nicht so eine Rolle, denn ich habe ja eine Gitarre dabei, dies ist ja schon viel unnötiges Gewicht. Da machen nun ein oder zwei Kilo mehr auch keinen Unterschied. Er meinte darauf nur, er könne es gut verstehen das Reisende ihre Instrumente mitnehmen. Denn mit zum Beispiel nur drei Akkorden hast du den Blues. Und Musik verbindet Menschen, auch wenn man nicht mal mehr die gleiche Sprache spricht.

Am nächsten Tag wieder auf der Strasse, fing meine Vorderbremse an stark zu kratzen. Mein erster Gedanke war: Die Bremsklötze sind durch. Da ich mich nicht nur auf eine visuelle Kontrolle verlassen wollte, ich hatte mich bis jetzt noch nie mit Bremsklötzen auseinander gesetzt, wollte ich die beiden Klötze ausbauen um sie besser kontrollieren zu können. Hier ein Tipp: Wenn du nicht musst, baue deine Bremsklötze niemals aus! Niemals! Es ist richtig nervtötend diese Dinger wieder sauber herrein zu bekommen. Speziell dann, wenn man sich nicht vorgängig Informiert hat, wie sie wieder zurück kommen. Nach gefühlt über eine Stunde, waren sie dann aber wieder sauber verbaut. Das Kratzgeräusch war wohl von Dreck enstanden. Denn die Klötze sahen tadllos aus.

Hier siehst du zwei Baustellen.
Fahren hier noch Züge?
Riesige Müllhalde.

Und nun bin ich schon in Griechenland angekommen, die Zeit vergeht und ich komme immer weiter vorwärts. Anfangs Mai werde ich schon in Istanbul sein und dann bald schon ausserhalb Europas. Meine erste Zeitzone habe ich auch schon hinter mir. Mittlerweile habe ich +01:00 Stunden, im Vergleich zur Schweiz.

Wo muss ich hin?

Ich weiss nicht genau was ich mir unter Griechenland vorgestellt habe, ich hatte wohl nur einige Klischee Bilder im Kopf, wie man sie aus dem Europapark kennt. Aber so ist zumindest der Erste Teil welche ich befahren habe überhaupt nicht. Verlassene Landschaften, abundzu einige kleine Dörfer welche auch total leer aussehen. Kein grosses Leben, dafür viele riesige Baumplantagen. Und einige Bauern welche diese täglich mit irgendwelchem Insektengift einsprühten. Auch findet man auf dem Land kaum ein Geschäft um Essen zu kaufen. Und auch wird sehr wenig Englisch gesprochen. Die Aufgabe WC-Papier zu besorgen wurde fast zur unmöglichen Aufgabe. Selbst mit einem Ohnewörterbuch wurde nicht wirklich verstanden, was ich den genau wollte. In Griechenland gibt es nun auch viele frei herumlaufende Hunde. Für die erste Nacht auf Griechischem Boden ein Schlafplatz suchend, wollte ich einen Weg einschlagen. Nur einen Schritt von der Hauptstrasse gesetzt, sah ich in der Ferne sechs weisse Punkte auf mich zurennen. Ich wusste sofort, dies wird nicht mein Schlafplatz für heute Nacht sein. Später fand ich dann was, es war zwar ziemlich offenes Gelände, aber von der Strasse her nicht einsehbar. Mein Moto für das Wildcampen ist: Wer man nicht sucht, wird auch nicht gefunden.

Die Griechen sind irgendwie skeptisch gegenüber mir, wurde in Albanien noch gewunken und gehupt. Wir mir hier meistens nur noch ein kruzer Blick geschenkt. Irgendwie fehlt mir diese freudige Interaktion mit den Leuten die ich auf der Strasse treffe. Ich hoffe das wird sich noch ändern.

Ich bin nun ein Hippy.
Abstecher in Graubünden.
Ich habe das Gefühl, die Wäsche wird wohl nie abgehenkt. Auch wenn es regnet. Vieleicht ist das eine Art Deko.

Nach meinem Übernachtungsmoto habe ich folgenden Schlafplatz ausgesucht: Mitten in einer, der sovielen gesehenden, Baumplantagen. Ich habe kontrolliert ob man das Zelt von der Strasse. Nur ein bisschen, wer sich aber nicht achtet würde es aber sicher nicht bemerken. Und so konnte ich eine ruhige Nacht geniessen. Naja nicht ganz ruhig, um 04:00 wachte ich auf, mit einem flauen Gefühl im Magen. Ich kannte dieses Gefühl, dass letzte Mal hatte ich es an der Küste Kroatiens. Nicht schon wieder, ich wusste das ich erbrechen werden mussten, aber ich wusste nicht wieso. Ich hatte sauberes Essen und trinken die letzet Tage. Da konnte etwas nicht stimmen. Das kam ja wirklich im unpassendsten Moment, denn ich hatte Christos, meinem Warmshower Host in Thessaloniki, schon bereits geschrieben, dass ich am nächsten Abend bei ihm sein werde. Und das letzet mal als ich Erbrechen musste, war ich eine Woche lang nicht mehr fitt. Am morgen entschied ich mich dann aber ganz normal zu essen, denn wenn ich die 100 Kilometer schaffen wollte, brauchte ich Energie und mit leeren Magen würde dieses Unterfangen nicht gelingen. Nach 30 Kilometer hatte ich eigentlich keine Lust mehr, ich fühlte mich schlapp. Aber der Wille ist stark und da mein Morgenessen immer noch im meinem Magen war, beschloss ich nicht aufzugeben und Thessa heute noch zu erreichen. Das waren harte 100 Kilometer, aber endlich agekommen zu sein und das Ziel erreicht zu haben war ein gutes Gefühl. Durch den Tag hatte mein Magen zu kämpfen, mit was auch immer mich da in der Nacht heimgesucht hatte. Mitlerweile denke ich, dass es eventuell das Gift sein könnte, welche die Bauern grosszügig in die Plantagen pumpten. Und ich nun mehrere Stunden eingeatmet hatte. Aber ich weiss es nicht.

4 Kommentare zu „Es gibt viel zu erzählen, aber wenig Zeit zum schreiben.

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  1. Very nice and crazy story again , beautiful pictures and perhaps you can do like Geito😊. He use google translate to make an conversation posible with the local people👍 perhaps you can read his story’s and solutions on his polarsteps ,what he is does with the wild dogs. Very clever and funny. To day Geito is still in Thessaloniki with his girlfriend who is leaving tomorrow. Perhaps funny to see the crazy Geito with his fast bycicle and long legs again, to have a nice talk 😄😄😄 Looking out to your next story 😉 Marlène ,(Geito,’s mam)

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    1. Hei i have to try the google thing, but i think it need a internet conection to work. But most of the time somehow it works anyway. Geito is now allready out of istanbul… im thinking to take a bus for a part so maybe we see us in iran again

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