Ich weiss keinen Titel.

Dubrovnik (Kroatien) – Irgendwo in Albanien

Ich schreibe zurzeit gerne, ich hoffe du liest gerne 🙂

Der Bus brachte mich nach Dubrovnik. Busse funktionieren hier anders, als in der Schweiz. Es gibt keine Informationen, wo er hinfährt oder geschweige den anhält. Die Leute scheinen alle die nächten Stationen auswendig zu kennen. Denn sie drücken einfach irgendwand auf die Haltetaste. Ohne zu wissen wo ich genau bin, steige ich am Hafen aus und konnte mit einem Wlanhotspot den anderen meinen Standort senden. Welche dann ca. 30 Minuten später bei mir angekommen waren. Es war mal wieder Zeit zum einzukaufen, für mich war klar das ich heute speziell auf meinen Magen schauen musste, denn das Müesli zum Morgenessen war mitlerweile wieder irgendwo am Strassenrand unfreiwillig deponiert worden. So versuche ich zu erklären das ich Zwiback haben wollte. Lustigerweise sind gewisse Worte im Holländischen sehr änlich wie im Deutsch. „Knäckebrot“ wurde anscheinend verstanden. Sie kamen zurück, Geito hatte eine Magnum-Glasse in seiner Hand. Es gab wohl schon lange nicht mehr einen Moment wo ich so neidisch auf ein Etwas war, welches jemand anders gerade isst. Immerhin hatten sie Zwieback dabei, so würde ich nicht ganz leer ausgehen.

Ich wurde überigens darauf hingewisen das man Geito eigentlich Gaëtan schreiben würde. Da ich das aber nun schon einen ganzen Beitrag gemacht habe und mir dieses „ë“ zu blöde ist, werde ich ihn trotzdem weiter Geito nennen. 🙂

Im Park angekommen, assen wir. Ganze drei Zwiback konnte ich essen, mehr war noch nicht möglich. Ich wollte meinen Magen auch nicht überfordern.

Geito stellte mitlerweile eines seiner vielen tierischen Experimente an. In dem er einer Taube ein ganzen Zwiback zuwarf und schauen wollte wie der Vogel darauf reagierte. Die erwartete Reaktion blieb aber aus. Der Zwiback wurde Minutenlang ignoriert. Erst als der Zwiback verkleinert wurde, stürtzen sich die Vögel darauf. Scheinen wohl gar nicht so dumm zu sein. Denn zu grosse Stücke werden einfach ignoriert. Schlaue Tiere.

Dubrovnik hat eine Altstadt welche herum von einer Mauer bewacht wird. Nur durch das alte Stadttor gelangt man in das Innere.

Als Witz meine Geito, ich sollte doch ein bisschen Gitarre spielen um Geld zu verdienen. Aus einer Laune heraus, fand ich das Ganze eine gute Idee. Und so wurde das Fahrrad an eine Wand, den Helm als Geldschale und mich dazwischen aufgestellt. Damit es nach etwas aussieht wurden schon 150 Euro in den Helm gelegt, denn man hat ja schliesslich Ambizionen. Vier Songs und ca. 20 Minuten später lagen da doch tatsächlich um die 30 Euro mehr in meinem Helm. Wir waren alle ziemlich erstaunt, wie gut das ganze funktioniert hatte. Ich denke mir ich werde dies regelmässiger machen. Denn mit diesen 30 Euro sind die Ausgaben von bis zu drei Tagen gedeckt. Das ist ziemlich toll!

Nun hiess es noch mit nur drei Zwiback im Bauch den zehn Kilometer entfernten Camping zu erreichen. Leider waren fünf davon noch eine ziemlich happige Steigung. Aber irgendwie habe ich es, trotz meines Zustandes geschaft. Die beiden meinten ich fahre sogar besser den Berg hoch mit Zwiback, als wenn ich mein „Sweet Stuff“ habe. Meine Erklärung war, dass ich durch das wenige Essen leichter war und so effizienter den Berg hochkomme. 😉 Denn ich liebe meine Süssigkeiten. Leider gibt es immer weniger gute Sachen, ich muss mich wohl langsam auf andere Dinge einstellen.

Schon lange habe ich nicht einen so heruntergekommenen Camping gesehen. Das Wort Camping ist schon fast übertrieben. Es war auch niemand da und die Sanitäranlagen sahen nicht gerade einladen aus. Aber uns kann es eigentlich egal sein, denn wir brauchen eigentlich Nichts, wir haben ja alles dabei.

Ganz in der Nähe war eine riesige zerstörte und verlassene Hotelanlage. Ivo hat uns darauf hingewisen. Und da wir alle Männer im Herzen kleine Buben sind und hohe verlassene Gebäude lieben, liesen wir uns diese Chance natürlich nicht ergehen. Auch diese Hotelanlage hat eine Kriegsgeschichte hinter sich wie der Snipertower in Mostar.

Ich habe wohl mehr Fotos von verlassen und zestörten Gebäude gemacht als von Ganzen.

Die Nacht war nicht so angenehm, es hat um 00:00 Uhr angefangen zu regnen und nicht mehr aufgehört. Mein Zelt hat schon ein paar Härtetest überstanden, sogar schon Hagel (Nicht auf dieser Reise) Nass bin ich noch nie geworden, da muss schon einiges passieren. Das Problem mit Regen ist nur, das an einen entspannten schlaf nicht zu denken ist, denn das Prasseln auf das Zelt hört sich an, als würde jemand mit einer Kiste Steinen neben deinem Ohr rütteln. Es hat so lange geregnet das der Boden aufweichte und ein Herring sich lösen konnte. Und so musste eine Zelt befestigung Aktion gestartet werden. Gibt schöneres, wurde aber gerade mit einem WC-Gang kombiniert, denn auch das macht man nicht mehr so gerne, wenn es in störmen regnet.

Da wir auf diesem verlassen Camping aber nicht bleiben wollten, hiess es dan trotzdem mal aufstehen und die Sachen zusammen packen. Das funktioniert sogar ziemlich gut im Regen. Denn mein Aussenzelt kann stehen ohne das Innenzelt. Und so wird alles von innen nach aussen gepackt. Zuerst Schlafsack und co. Danach alles in die Taschen verstaut und zum Schluss das Aussenzelt nass verpackt. Hier muss man nur schauen das die Sachen nicht zu lange nass verpackt bleiben. Mit der Aussicht in 60 Kilometer ein Hostel zu nehmen, war das aber kein Problem.

Geito hatte Ivo und mich nun verlassen, denn er hatte noch einige Kilometer vor sich um seine Freundin in Griechenland zu treffen und für Ivo und mich was dieses Tempo einfach zu hoch.

Das war wohl der regneriste Tag auf meiner Reise, der Wind blasste mir den Regen so fest ins Gesicht das ich meistens nur gerade bis zum Hinterrad von Ivo schaute und nicht weiter. Kopf runter und durch, war hier wirklich angesagt. Mit dem wissen am Abend in einem warmen Bett schlafen zu können, schafft man aber sogar solche Tage.

Morgenessen im Zelt bei regen.

Und nun war er entlich da, der Ruhetag. Eigentlich wollte ich ja schon in Split einen machen, aber dort wurden meine Pläne auf den Kopf gestellt. Nun fünf Tage später hatte ich mir diesen wirklich verdient. Wir sind in einem kleinen wirklich schönen Hostel gewesen, welches sogar ein Hostelkaninchen hatte. Obwohl der Besitzer meinte, es sei ein grosser Hamster.

Ich genisse meine Ruhetage sehr, grösstenteil liege ich im Bett und geniesse einen durchgängigen Internet Zugang. Ivo meinte das ich mich gar nicht wie ein Reisender verhalte, aber an solchen Tagen habe ich einfach keine Lust darauf irgendwelche Sachen anschauen zu gehen. Einfach nur entspannen, Kette putzen und Wäsche waschen. Ich geniesse das sehr.

An diesem Ruhetag Abend, hatte ich sogar die Möglichkeit meine Gitarre das erste Mal so zu benutzen, wofür sie auch mitgekommen ist. Wir waren eine kleine Gruppe Leute welche zusammen gesungen hatten. Schwierigkeit war nur, Songs zu finden welche alle kannten. Wonderwall und co. waren gefragt.

Noch eine keine Fahrradweltreisendenweisheit von Geito im Bezug auf Geschirr:

„Was sauber aussieht, ist sauber.“

Ich glaube übrigens seit heute, dass die Schweiz eine Mafia hat. Denn heute sind uns innert zwei Stunden fünf gleiche schwarze BMWs mit Schweizer Nummernschild begegnet. Da muss etwas faul sein, oder was machen die in Montenegro? Allgemein waren heute viele Schweizer Autos unterwegs.

Auch beginnen je näher wir zu Albanien kommen, die Autos immer mehr nach Mafia auszusehen. Alte Mercedes und BMW Limusinien kreuzen ständig unsere Wege. Das sind sicher alles Drogenbarone und Gesellen. Ich halte euch auf dem laufenden.

Grenzübergang zu Albanien.

Viele bunte Häuser, ich mag das.

Nun ist der Moment gekommen, da mein Infekt wohl noch nicht ganz durch ist und ich dadurch nicht bei Kräften bin, habe ich mich entschlossen einen weiteren Tag Pause zu machen. Somit ist auch die Zeit des gemeinsamem Reisens vorbei, denn Ivo fühlt sich fit und will weiter kommen. Das kann ich auch gut verstehen, denke aber auch dass es nicht so schlimm ist. Wir haben uns ja nicht verpflichtet zu begleiten, einfach solange wie es für alle stimmt. Es war schön die letzten Tage gemeinschaft zu haben. Aber ich werde nun auch wieder mein eigene Reiseart geniessen, ohne Rücksicht auf andere nehmen zu müssen. Und vieleicht kommen ja heute Abend schon neue Fahrradreisende an meinem Zeltplatz an? Wer weiss das schon.

Bis ein anders Mal!

Und nun zum Schluss noch zwei Sachen aus Bern:

Ich habe ein kleines Plakat im Büro erstellt, als die letzten Tage anbrachen. Dieses wird nun von Stefanie geführt, mit allen Wappen der Ländern und aktueller Standort. Finde ich sehr schön. Danke 🙂

Und anscheinend wurde ich schon ersetzt….

2 Kommentare zu „Ich weiss keinen Titel.

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  1. 👍👍👍Micha, crazy story’s and amazing artistic pictures. Perhaps you wil meet the crazy Geito and funny Ivo on your road again. Perhaps you can send the pictures van Geito to him, so that I can see them on his blog. Will be very nice. Thanks and enjoy your trip and guitar.🚵🎸🌍

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    1. Hello Marleen I will see Geito tonight in Thesaaloniki. But i think we will not travel together in the next days. But you never know 🙂 Greets Micha

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