Eine Reise geht weiter ;)

Irgendwo in Bosnien – Split (Kroatien) – Mostar (Bosnien) – Dubrovnik (Kroatien)

Das hier ist ein Reupload, da die Bilder im ersten Beitrag nicht dargestellt wurden. Ich hoffe es funktioniert jetzt.

Liebe Leute zum Glück darf man auch mal einen Witz machen. Leider habe ich bemerkt, dass wohl der Screenshot mein Verhängniss war. Denn die Holändische Website, das nicht auf meinen Namen ausgestelle MRI und sogar die Uhrzeit des Screenshots haben viele von euch zum Zweifen gebracht. Ich hatte meine Freude und fand den Witz gelungen, das muss wohl reichen. Für alle die es geglaubt haben, keine Angst ich bin gesund und immer noch Unterwegs.Wenn der Fluss zu weit weg ist, muss man kreativ werden.

Ich bin gesund und munter in Split angekommen und habe meine ersten Reisenden getroffen. Der Herr an der Rezeption sagte mir, dass es schon welche mir Zelt und Fahrrad auf dem Platz hat und so war für mich klar das ich diese Herren aufsuchen werde. Bei einem gemeinsamen Nachtessen lernte ich Ivo und Geito kennen. Beide 27 von Holland und Belgien reisen sie zusammen Richtung China, genauer gesagt das Pamir Gebirge. Also auch im Moment meine Richtung. Wir beschlossen noch am gleichen Abend, dass wir am morgen zusammen aufbrechen werden. Eigentlich wollte ich ja einen Ruhetag in Split mache, aber die Chance mit zwei, von anfang an sympathischen Herren, zu fahren, wollte ich mir nicht entgehen lassen. Die beiden sind während den letzten Tagen der Küste gefolgt und wollten Richtung Mostar nach Bosnien fahren. Und so geschah das ich kaum aus Bosnien raus, schon wieder zurück war. Ich habe nun 50 Kilometer die Küste gesehen und sehe sie sicher später wieder. Bis jetzt gefällt mir Bosnien auch am besten, viele karge Landschaften mit schroffen Steinen. Irgendwie sagt mir das zu.Geito links, Ivo rechts. Geito fährt ein Rad mit liegender Position. Er ist viel schneller als ich, da ihm der Wind praktisch egal ist.

Auf dem Weg an der Küste trafen wir Sergej, ein Russe welcher leider in die andere Richtung fuhr. Er konnte nur ein bisschen Englisch, ihm war aber deutlich anzusehen wie Freude er hatte und zu treffen. Wie für mich war es seine erste Fahrradtour, seine wird aber in drei Wochen irgendwo in Slowenien, so hoft er, enden. Wo meine Tour enden wird, weiss ich noch nicht. Und das finde ich wirklich toll an meiner Reise, jeden Tag einzel nehmen zu können, keine grossen Gedanken für die Zukunft zu verschwenden. Einfach nur im Moment leben, was macht mir jetzt hier am meisten Freude. Will ich was Essen, Fahren, Gitarre spielen, oder einfach in Grass liegen und die Ruhe geniessen. Meine grössten Probleme sind Essen und Trinken, die Navigation und Schlafplätze zu finden. Ich geniesse diese Einfachheit im Moment sehr.Nun sind wir also in Bosnien angekommen und da mir Ivo von Stempel im Pass erzählt hat, ist es nun auch mein Ziel alle Stempel der verschiedenen Länder zu sammeln. Ist sicher toll diesen Pass später als Erinnerung zu haben. Türkei werde ich auslassen, da ein Türkeistempel zurzeit Probleme in China geben kann. Sogar im Visum Antrag muss man angeben, wann man das letzte Mal in der Türkei gewesen sei. Welche Spannungen genau da zwischen den beiden Ländern herrschen, weiss ich aber nicht.Wir haben unsere Zelte in einem kleinen Wald aufgeschlagen, hatten ein wirklich tolles Nachtessen genossen und waren schon fast bereit die Zelte für unseren wohlverdienten Schlaf zu betreten, da fiel mir ein Feuer in der Ferne auf. Mit Feuer im Wald ist nicht zu spassen, bessonders da der Wald ziemlich trocken war, also machten wir uns auf, die Situation zu betrachten. Und tatsächlich war da ein wildes Feuer, welches sich langsam über das Laub am Boden seinen Weg in das Waldesinnere bahnte. Es war nicht gross, könnte aber je nach Wind ziemlich schnell in unsere Richtung vordringen. Und von Feuer geweckt zu werden war nun wirklich nicht in unserem Sinne. So beschlossen wir unser Hab und Gut auf ein nahes Feld auserhalb des Waldes zu bringen. Das getan stellten wir uns die Frage, ob wir die Feuerwehr verständigen müssen und falls ja, wie? Da es ein Bauernhof in der Nähe gab, wollten wir ihm die Bilder des Feuers zeigen, der Herr wird schon wissen was zu tun ist. Leider sprach er kein Wort Englisch und wir waren nicht mal sicher ob er verstanden hat, was wir von ihm wollten. Selbst Bild zeigen, in die Richtung deuten und Daumen hoch und runter hatte nicht funktioniert. Da sasen wir nun in einer Wohnstube, welche wohl Küche und Schlafzimmer zusammen war. Der Bauer und eine alte Frau. Die Frau hatte offene Wunden an ihrem Bein, es sah so aus, als würde ein Stück Fleisch fehlen. Sie hatte wohl Schmerzen, denn anhand des Raumes, waren die beiden wohl mause arm. Da wir mit unserem Problem nicht weiter kommen würden und es so aussah, dass wir bald auf ein Essen eingeladen werden, beschlossen wir das Haus wieder zu verlassen. Wir hatten das Gefühl das solche Feuer hier normal sind, denn eine negativ Reaktion des Bauerns blieb aus und so entschieden wir, das Feuer sein zu lassen.Halb im Schlaf angekommen, schienen Taschenlampen auf unsere Zelte. Es war die bosnische Polizei, welche wissen wollte wer wir sind und wieso wir hier auf diesem Feld campieren. Nach dem wir unsere Pässe gezeigt hatten und unser Ziele erklärt hatten schien das ganze in Ordung zu sein. Ein Tipp von mir: Sagt einem Polizisten nie um 22:00 Uhr das ihr gerade auf einer Radreise nach China seit. Es macht die ganze Sache nicht glaubhafter. Da die Herren englisch sprachen, zeigten wir ihnen unsere Bilder des Feuers und stellten fest das unsere Sorgen nicht ernstgenommen wurden. Wird wurden schon fast ausgelacht, naja ist ja schlussendlich nicht unser Problem. Auf die Frage ob wir denn hier bleiben können, kam eine Antwort die etwa folgendes aussagte: Eigentlich nicht, aber wenn ihr morgen wegseit, ist es wohl schon oke..Danach konnten wir sogar wirklich schlafen gehen.Oder zumindest versuchen, denn da war diese Eule. Uh ….. Uh ….. Uh ….. Uh ….. War wohl auf der Suche nach einem Partner. Ich glaube um 02:00 war sie ruhig.

Wenn ich das so schreibe finde ich es lustig, dass ich nun plötzlich nicht mehr ich sondern wir schreibe.Und das ist auch ein guter Zeitpunkt nach zwei Tagen ein erstes Fazit zum Reisen in einer Gruppe zu verfassen. Poitives und Negatives im Vergleich zum alleine sein.

Positiv sind die Abende, das zusammen kochen, lachen und die Zeit zu geniessen. Mal einen Platz gefunden ist einfach mehr los. Ivo schreibt sein Tagebuch, Geito bastelt an seinem Fahrrad, ich spiele ein bisschen Gitarre. Mit zwei Pfannen ist viel mehr möglich. Gemüse und Pasta ist toll. Heute haben wir uns zusammen im Fluss gewaschen und es war richtig kalt, aber durch das gemeinsame erleben war es ziemlich lustig. Wir teilen alles zusammen, jedes Essen und alle Tools werden ohne hinterfragen geteilt. Ich schreibe diesen Blog gerad auf Ivos Buetooth Tastatur. Deswegen ist er auch so lang 🙂 Dieses Mentalität des Teilen ist sehr schön, speziell da wir uns ja erst seit so kurzem kennen. Einkaufen ist viel einfacher, da immer jemand drausen bleiben kann und so das Gepäck bewacht ist. Auch ist das zusammen wildcampen angenehmer, denn man ist bei einem Problem nicht alleine. z.B. Besuch der Polizei.

Negaiv ist für mich im moment das Reisen ansich. Denn die beiden sind speziell in Steigungen deutlich schneller als ich und müssen deswegen auf mich warten. Sie stören sicht daran, aber für mich ist das Gefühl jemand aufzuhalten nicht ein schönes und ich muss mich noch daran gewöhnen. Auch machen sie, da Geito seine Freundin in Griechenland treffen will, deutlich weniger Pausen als ich. Ich bin gerne abundzu mal 10 Minuten stehen geblieben um zu entspannen. Da ich nun aber sowieso langsamer bin, weiss ich nicht ob ich nun noch mehr verzögern darf. Oder ich bin abundzu mal in ein Kaffe gesessen um ein Youtubeviedo zu schauen. Aber diese Pause gibt es zurzeit auch nicht. Da uns Geito in einigen Tagen verlassen wird, um pünktlich in Griechenland zu sein, werde ich schauen ob ich mit Ivo zusammen, weiter fahren werde. Denn er scheint mehr meinem Reisestil zu entsprechen.Das ganze hat vor und Nachteile. Mal schauen wie es sich entwickelt.Übrigens meinem Finger geht es wieder gut. Ich werde wohl doch nicht zu einem Hulk mutieren.Was ich aber sicher habe, ist eine gesunde Schweissproduktion!

Wir waren zusammen in Mostar, eine Stadt in Bosinen, in welcher vor 20 Jahren noch ein blutiger Krieg wütete und es nicht möglich war, die Stadt als Tourist zu betreten. Ivo interessiert sich sehr für Geschichte und hat mir viel erzählt. Leider bin ich schlecht im erinnern und damit ich keine Fakten durcheinander bringe, gehe ich nicht darauf ein. Wenn du mal Zeit hast schau im Internet nach der Geschichte von Mostar. Wir waren im sogenanten Snipertower. Ein leerstehendes Hochaus, welches nun mit vielen Graphitis geschmückt ist. Zu Kriegszeiten, war dies eins der höchsten Gebäude, der Name war Programm. Eigentlich sollte man nicht in dieses Gebäude gehen, aber wenn man über eine kleine Mauer klettert, kann man bis ganz nach oben steigen. Auf Treppen welche wohl nicht ganz SUVA genormt sind. Also Kinder, nehmt euch kein Beispiel an mir! Ein wirklich spannender Ort zum erkunden.Wir sind in die Altstadt gefahren und wollten gerade in eine Strasse abbiegen, als und ein Mann sagte wir sollten lieber nicht in diese Richtung gehen. Durch diese Info neugierig geworden, fanden wir dann heraus, dass die Strasse zur Touristen Strasse führte und zu der alten Brücke für welche Mostar bekannt ist. Es war nicht ganz praktisch, hat aber funktioniert.Am Abend haben wir unsere Zelte bis jetzt am besten Ort aufgeschlagen. Direkt am Fluss, es war zwar sehr kalt, aber trotzdem sehr schön sich darin zu waschen. Denn als Reisender wäscht man sich nicht mehr jeden Tag. Und so ist jede Chance ein Geschenk, dass zu nutzen sei.Nach dem Essen, bevor wir ins Zelt giengen, hatten wir uns hingesetzt und eifach nur Musik gehört. John Mayer Gravity. Wann war das letzte mal, wo du nur Musik gehört hast? Ich bin mir nicht mal sicher, ob ich das je gemacht hatte. Es war sehr schön.Heute sind wir von Bosnien nach Kroatien nach Bosnien nach Kroatien gefahren und haben die Zelte nahe der Küste aufgestellt. Das war der Tag mit den meisten Grenzübergängen bis jetzt. Übrigens, es regnet und ich liege gerade im Zelt und bin zufrieden mit der jetztigen Situation. Auch mal was anderes.Frag mich nicht!Posing an Grenzen 🙂Auch dem besten Koch geschieht mal ein Missgeschick.Wisst ihr was nicht so toll ist? Erbrechen, Radfahren und Gegenwind. Es hat mich wohl ein Infekt erwischt. Nach Zehn Kilometer war Schluss. Hier liege ich gerade auf einem Parkplatz.Glück muss man aber manchmal auch haben, denn es tauchte da ein Buss auf, welcher nach Dubrovnik fahren wird.Glück im Unglück.

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