Das Wetter will noch nicht so.

Pettneu am Arlberg (Oesterreich) – Irgendwo in Italien

8x Regen 3x Sonne und 1x Schnee. Das sind die Wetterbedingungen meiner Fahrtage. Besonders dieser Schneetag bleibt mir wohl länger in Erinnerung. Den ganzen Tag schneit es, ständig läuft meine Brille an. Ab gewissen Neigungen verliert mein Hinterrad die Haftung und ich muss das Fahrrad schieben. Ich komme nicht vorwärts da ich bei jeder Kurve Angst haben muss die Haftung zu verlieren. Für jemand der nur 2 Wochen Urlaub hat, wäre dieser Tag wohl ein Albtraum gewesen. Für mich aber war das sehr interessant, mal nicht beim 0815 Velowetter unterwegs zu sein. Muss aber nun bitte auch nicht mehr vorkommen. Danke Petrus.

Hier war sogar ganz Schluss. Ein Erdrutsch hatte den Fahrradweg blockiert und ich musste einige Kilometer zurück fahren.

Insgesammt kam ich an diesem Tag nur 25km weit, was unteranderem auch an meinem linken Mittelfinger lag.

So kurz erst auf der Reise und schon das erste mal im Spital. Es hat bis Zams (330km nach Start) gedauert, als ich beschlossen habe den netten Menschen in weiss einen Besuch abzustatten. Grund dafür war mein Mittelfinger der linken Hand, welcher sich in der letzten Woche grünlich verfärbt hatte. Die Expertise meiner Schwester war, dass ich wohl nun langsam zum Hulk mutieren würde. Eine Ärtzinkolegin meinte das es sich um einen Infekt handle und man wohl den Finger entlang des Nagels aufschneiden müsse um den Eiter zu entleeren. Dies ist dann auch so passiert.

Hulk! Böse!

Duschen mit Handycap.

Verartztung unterwegs. Das ist ja nur Etwas kleines, aber es fühlt sich trotzdem gut an, dass ich solche Probleme auch ohne Hilfe unterwegs lösen kann.

Ich denke für solche Tage lohnt es sich zu reisen. Wenn das Wetter mitspielt ist das Veloreisen doch ganz schön.

Auch hier war Fahrrad schieben angesagt.

Cornflakes für Unterwegs. Flakes in den Mund, Milch trinken. Geniessen! Das spart Geschirr und Zeit.

Ich durfte bei einer kleinen Familie in Innsbruck zwei Nächte bleiben. Und konnte so am Abend sogar noch Lindyhop in Innsbruck tanzen gehen. Ich wurde aufgenommen als ob ich ein Familienmitglied sei. Danke euch, Juls und Mira 🙂

Nun habe ich schon meinen zweiten Pass hinter mir. Mit dem Brennerpass habe ich mir einen deutlich leichteren Pass als noch mit dem Arlberg ausgesucht. Mit 1’300 m.ü.M. und einem langen sanften Anstieg was dieser Pass schon fast gemütlich.

Die alte Brennerstrasse wurde von der Autobahn abgelöst. Wohl tausende 40t Lastwagen fahren hier täglich über die massiven Brücken den Brenner hoch.

Ich habe an einem Abend, mein Zelt auf einer Wise neben einem Fluss aufgeschlagen und war gemütlich um 18:00 eingeschlafen. (Früher bin ich wohl schon lange nicht mehr eingeschlafen)

Um 02:00 wache ich auf und sehe das es noch so hell ist: „Hoffentlich ist es nicht erst 19:00 und ich kann nun nicht mehr einschlafen“ dachte ich mir. Ich schaute auf den Wecker und erst beim zweiten Blick merkte ich das dieses helle Zeugs Schnee war.

Wo stand wohl mein Zelt?

Diese 27 Euros habe ich durch meinen erste Liveauftritt in eimem Kaffe bekommen. Eine Dame hat mich gefragt ob das eine Gitarre an meinem Fahrrad sei und ob ich ein Lied spielen würde. Ich war selbst überrascht! Ich solle das wohl noch mehr ausprobieren 🙂

Ich bin wohl an vielen Orten der erste seriöse Fahrradfahrer. (Mountainbiker, Rennvelofahrer usw. zähle ich nicht als seriös)

Einige haben mich gefragt, wie schwer denn mein Fahrrad sei. Nun habe ich eine Wage gefunden. Unser Kampfgewicht beträgt 120kg und ist zu 40kg auf Fahrrad und 80kg Micha aufzuteilen. Vieleicht auch 41 zu 79 😉 Ich kann, wenn es sein muss, noch 10 Liter Wasser zusätzlich mitnehmen, so wäre das Fahrrad maximal 50kg schwer.

Pass drei und vier sind bezwungen! Beide ein bisschen tiefer als der Arlberg (1750 und 1790m.ü.M.), aber trozdem anstrengend. Mit Steigungen von bis zu 15% und 20km Anstiegen.

Nun ist es gekommen, dass was ich wohl am meisten gefürchtet habe. Nicht das schlechte Wetter oder Anderes, sondern Heimweh und Zweifel. Es hat mich heimgesucht als ich gerade das Zelt aufgeschlagen habe und es langsam zuregnen begann, irgendwo in Italien. Mache ich das richtige mit dieser Reise? Will ich das, solange weg sein? Ich weiss es nicht! Wenn ich etwas jetzt machen könnte wäre es ein kleiner Bluesabend mit ein paar Freunden in Bern. Es hat mir mal jemand gesagt das die Einsamkeit Nachts kommt, dann wenn du alles erledigt hast und nicht mehr abgelenkt bist durch fahren, navigieren usw. Das ist wohl wahr. Ich habe bis jetzt noch nie so eine Reise mit dieser grösse gemacht und mir ist bewusst, dass es ein gewisses Risiko besteht, dass mir so etwas über längere Zeit nicht gefallen wird. Aber wer weiss schon ob es so ist, wenn man es nicht ausprobiert? Und später zurückzuschauen und sich fragen wieso man es nicht gemacht hat, kann ja auch keine Lösung sein? Oder? Und deswegen liege ich nun in meinem Zelt in Italien und schreibe meine Gedanken nieder. Ich hoffe das ist nur eine Phase. Mal schauen.

So trocknet man seine Sachen im Zelt. Oder zumindest werden sie nicht nasser.

Nun bin ich schon 670km weit gekommen. Somit ist dies meine längste Fahrradtour!

4 Kommentare zu „Das Wetter will noch nicht so.

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  1. Micha, was du da machsch isch ungloublech. I dänke das isch ä Phase 😉 Du wirsch ungloublechi Sache gseh u erläbe. Gniesses. Liebs Grüessli

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  2. Hallo Micha, Hut ab vor deinem Mut trotzdem weiter zumachen … übrigens, dein Unterbewusstsein hat sehr gut kommuniziert dass er nicht begeistert ist/war von ‚deiner‘ Entscheidung…auf Reisen zu gehen bei diesem ’Scheisswetter’ (der Mittelfinger hat mit Wut zu tun… ) und dass es auf der linken Seite war…. ist/war diese Wut auf dich gerichtet…. (weiss nicht ob dir diese ‚Lesung‘ gefällt…☺️🤔) aber es würde mich freuen mit dir auch privat zu schreibe .. und du mir deine Telefonnummer geben damit ich dir per WhatsApp schreiben kann.

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    1. Hooi Madlen schreib doch bitte schnell meiner Mutter und frag nach meiner Nummer. Ich will diese hier nicht ins Internet stellen. Danke und Gruss micha

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